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Mercedes-Chef Zetsche bei der Kinderuni

Von: Christina Diels
Letzte Aktualisierung:
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Zu Gast bei der Kinderuni unserer Zeitung und der RWTH Aachen: der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche. Das Foto zeigt ihn auf dem Mercedes-Stand der Paris-Motor-Show Anfang Oktober. Foto: dpa

Aachen. Zur nächsten Kinderuni der RWTH in Zusammenarbeit mit unserer Zeitung zum Thema Autos wird ein ganz besonderer Gast erwartet: Dieter Zetsche, Vorstandschef der Daimler AG, reist am 5. Dezember eigens von Stuttgart nach Aachen.

Lutz Eckstein, Leiter des Instituts für Kraftfahrzeuge an der RWTH, hat Zetsche dazu eingeladen, mit ihm zusammen die Vorlesung zu gestalten. Der Daimler-Chef ist der Einladung gefolgt, weil der Kontakt seines Unternehmens zur Aachener RWTH sehr eng ist – über Forschungsprojekte und viele Daimler-Ingenieure, die in Aachen studiert haben. Die Kinder dürfen sich auf spannende Experimente freuen, eigene Ideen einbringen und auf die Zukunft des Automobils schauen. Und am Ende sollen sie verstehen, warum das Auto wahrscheinlich ein zweites Mal erfunden werden muss. Über Wissensvermittlung, studentischen Nachwuchs und die Zukunft von Auto und Führerschein spricht Zetsche drei Wochen vor der Kinderuni.

Ihr Kalender ist gefüllt mit Terminen. Trotzdem nehmen Sie sich die Zeit und reisen zur Kinderuni nach Aachen. Warum?

Zetsche: Die Kinderuni ist in meinen Augen eine ausgezeichnete Möglichkeit, junge Menschen frühzeitig für Wissenschaft zu begeistern. Das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass wir auch in Zukunft hervorragende Ingenieure und Wissenschaftler in Deutschland haben. Deshalb unterstütze ich solche Initiativen nach Kräften. Abgesehen davon macht das „Unterrichten“ hier einfach richtig Spaß.

Hätten Sie als Kind gern eine Kinderuni besucht?

Zetsche: Ja, auf jeden Fall! Technik und Naturwissenschaften haben mich schon immer fasziniert. Als kleiner Junge habe ich im Garten meiner Oma Seifenkisten für Autorennen mit meinen Kumpels zusammengeschraubt. Da hätte mir eine Technik-Vorlesung an der Kinderuni sicher weitergeholfen!

Was bringen Sie mit zur Kinderuni nach Aachen?

Zetsche: Zunächst natürlich ein paar spannende Geschichten rund um das Automobil: zu seiner Erfindung vor 128 Jahren, warum wir bei Daimler gerade dabei sind, das Auto ein zweites Mal zu erfinden – und welche Technologien wir dazu entwickeln. Außerdem habe ich ein paar tolle Experimente im Gepäck, die wir mit den Kindern zusammen machen werden – und einen Feuerwehrmann. Mehr verrate ich bei der Vorlesung am 5. Dezember.

Und was sollen die Kinder mitbringen?

Zetsche: Das ist schnell beantwortet: Neugier und Begeisterungsfähigkeit. Aber das gehört bei Kindern ja quasi zur „Serienausstattung“.

Wie vermittelt man – zum Beispiel bei einer Kinderuni-Vorlesung – Acht- bis Zwölfjährigen komplexe Themen?

Zetsche: Das ist nicht viel anders als bei den Großen: so konkret wie möglich. Und wenn’s zwischendurch mal knallt und raucht, ist das auch nicht schlecht. Ernsthaft: Kinder sind problemlos in der Lage, die grundlegenden technischen Vorgänge eines Automobils zu verstehen – man muss sie nur gut veranschaulichen und in kleinen Schritten erklären. Genau das werden wir tun!

Was sollen die Kinder am Ende der Kinderuni-Vorlesung über den Automobilbau wissen?

Zetsche: Dass das Auto eine spannende Geschichte hat. Und dass es da noch viele Kapitel zu schreiben gibt: Elektromobilität, autonomes Fahren, neue Mobilitätskonzepte – in unserer Industrie wird sich in den nächsten zehn bis 20 Jahren mehr ändern als in den letzten 50. Wenn ich mich noch mal für einen Beruf entscheiden müsste – ich wüsste genau, welchen ich wählen würde!

Der Nachwuchs fehlt in den Natur- und Ingenieurswissenschaften. Machen die Universitäten genug, um Nachwuchs zu bekommen?

Zetsche: Da passiert mittlerweile sehr viel; das sieht man nicht zuletzt an Veranstaltungen wie der Kinderuni. Solche Initiativen sind unerlässlich, um junge Menschen schon frühzeitig für Naturwissenschaften zu begeistern. Mit unserer Bildungsinitiative „Genius“ wollen auch wir bei Daimler einen Beitrag leisten. Denn eines ist klar: Erstklassig ausgebildete Fachkräfte sind die wichtigste Ressource für den Technologiestandort Deutschland.

Glauben Sie, dass auch weiterhin mit 18 viele den Führerschein machen werden – oder ist den jüngeren Generationen das Auto nicht mehr so wichtig?

Zetsche: Das Führerscheinalter auf 17 herabzusetzen, war eine der wenigen Reformen der letzten Jahre, die auf Anhieb populär war. Insofern glaube ich, dass Autofahren und das Freiheitsgefühl, das damit einhergeht, junge Menschen auch weiterhin begeistern wird. Sicher, die Bedeutung von Mobilitätskonzepten wie beispielsweise Carsharing wird zunehmen, gerade in Ballungsräumen. Aber auch „Carsharer“ brauchen nach wie vor einen Führerschein!

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