Düsseldorf - Mehrere Tausend Schüler und Studenten demonstrieren landesweit

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Mehrere Tausend Schüler und Studenten demonstrieren landesweit

Von: Stefan Säemann, ddp
Letzte Aktualisierung:
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Ein Teilnehmer einer Demonstration fuer Reformen in der Bildungspolitik haelt bei einem bundesweiten Bildungsstreik in Duesseldorf ein Transparent mit der Aufschrift "Suche reiche Eltern!". Mehrere Tausend Studenten und Schueler haben am Mittwoch in mehreren nordrhein-westfaelischen Staedten fuer Reformen in der Bildungspolitik demonstriert. Allein in der Landeshauptstadt Duesseldorf gingen nach Polizeiangaben rund 700 Teilnehmer auf die Strasse. Die Proteste sind Teil eines bundesweiten Aktionstags. Foto: Volker Hartmann

Düsseldorf. Einen Tag vor dem Bildungsgipfel in Berlin sind in Nordrhein-Westfalen mehrere Tausend Schüler und Studenten für Reformen in der Bildungspolitik auf die Straße gegangen. Allein in Essen waren es nach Polizeiangaben rund 1000 Demonstranten, in Düsseldorf 700 und in Oberhausen 400. In Köln versammelten sich rund 1000 junge Menschen, in Bonn 400.

Auch in anderen Städten kam es zu meist kleineren Demonstrationen. Die Proteste verliefen friedlich. In ganz Deutschland finden in dieser Woche Aktionen statt, die auf Missstände im Bildungssystem hinweisen sollen. Schon im vergangenen Jahr kam es zu massiven Protesten gegen die Bildungspolitik von Bund und Ländern. Ein Sprecher der Essener Polizei äußerte sich „sehr zufrieden”, dass diesmal anders als bei einem Protestzug im November keine Straßen blockiert wurden. „Die Demo verlief vollkommen friedlich”, sagte er.

Die Landesschülervertretung kritisiert, dass keine der beim Bildungsstreik im vergangenen Jahr erhobenen Forderungen umgesetzt worden sei. „Wir fordern weiter die Abschaffung der Kopfnoten und des dreigliedrigen Schulsystems”, sagte Vorstandsmitglied Benedikt Haumer. Nach wie vor litten die Schulen unter Sparprogrammen und Lehrermangel. Dass Schüler während der Unterrichtszeit auf die Straße gingen, sei aus seiner Sicht kein rechtliches Problem. „Das Demonstrationsrecht ist höher als die Schulpflicht”, sagte er.

Das Schulministerium weist jedoch daraufhin, dass die Teilnahme an einem Schülerstreik während der Unterrichtszeit unzulässig ist. „Wer daran teilnimmt, kassiert einen unentschuldigten Fehltag”, sagte Sprecher Jörg Harm. Die Jungsozialisten (Jusos) NRW riefen neben Schülern und Studenten auch Auszubildende dazu auf, sich an den Protesten zu beteiligen.

Der Landesvorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation, Christoph Dolle, forderte eine sofortige Abschaffung von Kopfnoten, Studiengebühren und Grundschulgutachten. Außerdem müssten die Bachelor- und Master-Studiengänge überarbeitet werden. Am Donnerstag (10. Juni) trifft sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag zu einem Bildungsgipfel. Thema soll unter anderem die von Bund und Ländern beabsichtigte Erhöhung der Forschungsinvestitionen sein.
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