Maastricht - Mehr Fluglärm für den Süden

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Mehr Fluglärm für den Süden

Von: Ulrich Simons
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Eine Boeing 737-800 der irisch
Eine Boeing 737-800 der irischen Fluglinie Ryanair wird auf dem Maastricht-Aachen-Airport (MAA) zum Start geschoben, während in Hintergrund eine weitere Ryanair-Maschine landet. Foto: Ulrich Simons

Maastricht. 44 Prozent mehr Passagiere von 2009 auf 2010, im vergangenen Jahr ein weiteres Plus um 40 Prozent auf 360.000 Fluggäste: Der Maastricht-Aachen-Airport (MAA) „brummt”, und das wird man bald auch verstärkt im „Heuvelland” hören, dem „Hügelland” im Süden des Flugplatzes..

Der „Raad van State” in Den Haag, das höchste niederländische Gericht, hat jetzt grünes Licht für das Vorhaben gegeben, mehr Flugbewegungen an die Südseite des Geländes zu verlagern

Dass der MAA weiter im Aufwind ist, bestätigen zwei Meldungen aus der jüngsten Vergangenheit. Zum einen ist noch in diesem Jahr die Wiederaufnahme einer täglichen Flugverbindung mit Amsterdam-Schiphol geplant. Bis 2008 hatte die niederländische Fluggesellschaft KLM diese Strecke bedient, dann aber die Flüge wegen zu hoher Verluste eingestellt.

Zum anderen will der irische Billigflieger Ryanair im Dezember auf dem MAA seine erste Basis in den Niederlanden eröffnen und mit London-Stansted, Dublin und Venedig-Treviso drei weitere Ziele ins Programm aufnehmen.

Noch hat der Flughafen seine Kapazitätsgrenzen nicht erreicht, selbst wenn man für das kommende Jahr mit 450.000 Passagieren rechnet. Allerdings möchte man dem Dörfchen Geverik im Norden des Platzes nicht noch mehr Fluglärm zumuten. Und auch unter Sicherheitsaspekten ist eine Zunahme der Abflüge und Landungen in dieser Richtung nicht mehr vertretbar.

Der Süden hat noch „Luft”

„Diese Probleme haben wir im Süden bei Meerssen nicht”, wird Flughafendirektor Jan Tindemans in niederländischen Medien zitiert. Ein dritter Ort in unmittelbarer Nähe des Flugplatzes, Ulestraten, liegt im Osten querab zur Start- und Landebahn und ist von den aktuellen Entwicklungen nicht unmittelbar betroffen.

Nach dem Abflug in Richtung Süden sieht die Standard-Prozedur vor, dass die Flugzeuge über Meerssen in Richtung Osten abdrehen, um nicht dem Flugverkehr des nur 35 Kilometer entfernten Airports Lüttich-Bierset in die Quere zu kommen. Anschließend überqueren sie das Heuvelland mit Valkenburg und Gulpen und schwenken dann nach Süden ein in den belgischen Luftraum.

Allerdings werden nicht von heute auf morgen Heerscharen von Flugzeugen am Himmel über dem Heuvelland herumkurven, dämpft Flughafenchef Tindemans entsprechende Befürchtungen. Denn während man sieben Jahre und fünf Monate auf die Entscheidung aus Den Haag gewartet habe, sei vor anderthalb Jahren ein neues Luftverkehrsgesetz in den Niederlanden in Kraft getreten. Diese beiden Vorgaben müsse man zuerst unter einen Hut bekommen.

Wenn allerdings Ryanair im Dezember seine neuen Strecken ab Maastricht in Betrieb nehme, seien mehr Abflüge in Richtung Süden durchaus denkbar. Derzeit finden 80 Prozent der Flugbewegungen noch an der Nordseite des MAA statt, der Rest spielt sich über Meerssen und dem Heuvelland ab. In Zukunft könnte eine Verteilung von 70/30 bis zu 65/35 Prozent möglich sein.

Diese Verschiebungen werden anhand komplizierter Rechenmodelle vorab genau festgelegt. Dabei spielt die Größe der Flugzeuge eine wichtige Rolle, aber auch die Tageszeit, zu der die Flugbewegung stattfinden soll. Tindemans: „Ein Flugzeug, das mittags um 13 Uhr abhebt, wird anders bewertet als die gleiche Maschine, die abends um 20 Uhr MAA verlässt.”

Angst um Vögel und Touristen

In den betroffenen Gemeinden im Heuvelland schrillen jedenfalls die Alarmglocken. Die Gemeinde Meerssen hat Beschwerde eingelegt, Umweltschützer haben Angst um die heimische Vogelwelt, und auch der Fremdenverkehrsverein VVV Zuid-Limburg fürchtet, dass es bald mit der Ruhe im Heuvelland vorbei sein könnte.

VVV-Leiterin Anya Niewierra betrachtet die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Sie weiß, dass der MAA ein wichtiger Arbeitgeber ist und genauso unverzichtbar für den Fremdenverkehr. Andererseits, so sagt sie, kämen die Touristen in erster Linie ins Heuvelland, um die Landschaft zu genießen. Und vor allem die Ruhe.
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