Maximilian Kreus und ein Stern, der seinen Namen trägt

Von: Christoph Classen
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Aachen. Erzählt man Maximilian Kreus, dass sich sein Restaurant ab sofort mit einem Michelin-Stern schmücken darf, dann sagt er erstmal „Quatsch”, dann sagt er lange gar nichts, und dann sagt er: „Das ist ja toll!”

Am Montag wurde bekannt, wie der Restaurantführer Michelin in seiner Ausgabe für das Jahr 2012 aussehen wird. Bis nach Kornelimünster, den knapp 4000 Einwohner zählenden Ortsteil im äußeren Süden des Aachener Stadtgebietes, hatte es sich aber noch nicht rumgesprochen. Deswegen sagt Kreus, nachdem er sich wieder ein wenig gesammelt hat, dass er „natürlich wahnsinnig überrascht” sei. Nicht davon, dass sein Restaurant - Sankt Benedikt heißt es - ausgezeichnet wurde, sondern dass es dann doch so schnell ging.

Kreus, 26, Inhaber und Küchenchef, hatte das Geschäft erst Anfang des Jahres von seiner Mutter übernommen, es folgte ein dreimonatiger Umbau und im März schließlich die Wiedereröffnung. „Wir haben darauf hingearbeitet”, sagt Kreus über die Michelin-Auszeichnung. Ein bisschen weiß er ja wie sie sich anfühlt: Der Familienbetrieb trug schon einmal einen Stern, bis er ihm dann vor ein paar Jahren aberkannt wurde.

Mit dem Sankt Benedikt gibt es jetzt vier Sternerestaurants in der Region, auch deshalb, weil keinem der hiesigen Betriebe seine Auszeichnung aberkannt wurde. Das La Bécasse in Aachen behielt seinen Stern genau wie die Burgstuben Residenz in Heinsberg-Randerath und die Alte Feuerwache in Würselen. Damit stellt sich die Region gegen den Trend im Land: In Nordrhein-Westfalen erkennt der Michelin-Führer in seiner neuesten Ausgabe vier Restaurants die zuvor an sie vergebenen Sterne ab. So verlor das Gourmetrestaurant Lerbach in Bergisch Gladbach einen seiner zuvor noch drei Sterne, in Düsseldorf hat das Hummer-Stübchen künftig nur noch einen statt zwei Sterne und das Capricorn (i) Aries in Köln und das Hinterding in Lengerich verloren ihren einzigen Stern.

Maximilian Kreus jedenfalls wollte am Montag erstmal alle seine Mitarbeiter anrufen, schließlich hätte er das mit dem Stern allein gar nicht geschafft, „das ist ja keine Einzelleistung”, sagt er. Am Montag war Ruhetag im Sankt Benedikt, aber wahrscheinlich haben sie es damit nicht mehr so genau genommen. Sie wollten ein bisschen feiern, zu wild wird es nicht geworden sein, schließlich musste im Sankt Benedikt heute wieder ab sieben Uhr gearbeitet werden. Alles wie immer also, nur das es da jetzt diesen Stern gibt, der ihnen sagt, dass sie es ziemlich gut machen.
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