Masterplan für Köln ist auf dem Weg

Von: Verena Müller
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Köln. Über zwei Jahre ist es jetzt her, dass Unternehmer der Rheinmetropole den städtebaulichen Masterplan des renommierten Architekten Albert Speer geschenkt haben. Die „Chaosstadt”, in der man „hundert Meter vom Dom entfernt nicht mehr weiß, dass man in Köln ist” - so beschrieb es Speer damals -, sollte mehr als nur kosmetisch verändert werden.

Eine Art „Central Park” sollte aus dem Grüngürtel werden, die Ringe zu einer Allee umgestaltet und die zu unansehnlichen und hektischen Verkehrsknotenpunkten verkommenenen Plätze wieder ihren ursprünglichen Charakter erhalten. Was ist seitdem passiert?

Bernd Streitberger, Beigeordneter für Planen und Bauen, gab am Donnerstag im Kölner Rathaus in seiner Zwischenbilanz zu, dass äußerlich noch nicht viel zu sehen ist. „Das heißt aber nicht, dass wir nicht arbeiten”, sagte er. Vorrangig behandelt würden im Moment die Umgebung rund um den Dom sowie die Innenstadt. Bei manchen Teilen des Plans stünde beispielsweise schon der Baubeginn an, andere befänden sich im Planfeststellungsverfahren.

Insgesamt 20 Projekte seien auf den Weg gebracht. „Wichtig ist, den Masterplan am Leben zu erhalten” - so formulierte der stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Unternehmer für die Region Köln” den aktuellen Stand. So oder so hätten verschiedene Städtebau-Projekte angestanden, sagte Streitberger. Ees sei gut, diese nun unter „Masterplan” zusammenzufassen.

Am Deutzer Bahnhof, am Ottoplatz, soll in wenigen Tagen mit den Bauarbeiten begonnen werden, beim Dionysoshof am Dom drängt die Zeit: Bis 2014 müssen am Übergang von alter zu neuer Domplatte die Stahlbetonelemente zurückgebaut und die Treppe zum Roncalliplatz verbreitert werden. Denn fünf Millionen Euro - rund ein Viertel der Gesamtkosten - werden aus dem KonjunkturpaketI bereitgestellt, das diesen Rahmen vorgibt.

Dieser Tage in Angriff genommen wird der L.-Fritz-Gruber-Platz am Diözesanmuseum Kolumba, für den Ebertplatz sollen bald die Vorlagen fertig sein, sieben Millionen Euro soll der Umbau kosten. „Das Geld haben wir nicht, aber es ist wichtig weiterzumachen”, sagt Streitberger. Das riesige Betonloch in der Mitte des Platzes, Zugang zur U-Bahn und Überquerungsmöglichkeit für Fußgänger, soll zugeschüttet werden.

Problemzone Barbarossaplatz

Für die Ecke rund um das neue Kulturquartier und an der Oper stehen Beschlüsse an, schwieriger ist eine Einigung bei den Ringen. „Wir werden die Straßen sicher nicht in den nächsten zehn Jahren komplett neu machen”, sagte Streitberger. Für den Barbarossaplatz, den wichtigsten Verkehrsknotenpunkt der Stadt, würden immerhin noch in diesem Jahr Verkehrsuntersuchungen fertiggestellt - Ziel ist unter anderem, mindestens eine Bahnlinie unter die Erde zu verlegen.

Einige Pläne sind zwar weit gediehen - aber für die meisten fehlt das Geld. 300 Millionen Euro Investitionsvolumen sind für den Städtebau vorgesehen, nur jeweils zwei Millionen hatte Streitberger in 2009 und 2010 für den Masterplan. „Wenn ich jährlich fünf bis zehn Millionen Euro zur Verfügung hätte, könnte er innerhalb von zehn Jahren umgesetzt sein”, sagte Streitberger.

Ob die Realisierung aber immer im Sinne Albert Speers sein wird, steht auf einem anderen Blatt. Den Barbarossaplatz etwa wollte Speer komplett von Straßenbahnen befreit sehen.
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