Maskierter schlägt Fußball-Schiedsrichter nieder

Von: dpa
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Düsseldorf. Die Gewalt gegen Schiedsrichter in den unteren Klassen hat im Fußballkreis Rhein-Erft eine neue Dimension erreicht.

Am Sonntag wurde der herzkranke Unparteiische nach der Kreisligabegegnung zwischen dem SV Lövenich/Widdersdorf und dem SC Borussia Kaster/Königshoven (0:2) von einem unbekannten Maskierten in der Kabine angegriffen und mit der Faust geschlagen. Diesen Vorfall, über den der „Stadt-Anzeiger” Köln (Dienstag) berichtete, bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa Schiedsrichter-Lehrwart Michael Olligschläger.

„In unserem Fußballkreis ist das ein Vorgang, den wir in dieser Brutalität noch nicht erlebt haben”, sagte Olligschläger am Dienstag. Der 42 Jahre alte Betroffene musste stationär in einem Krankenhaus behandelt werden, hat aber laut Olligschläger keine schlimmeren Verletzungen erlitten. Der Täter komme „ganz sicher” aus Kreisen des gastgebenden Vereins. Nach Angaben von Olligschläger hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Bereits vor dem Faustschlag soll ein Betreuer der Gastgeber den Schiedsrichter mit den Worten „Ich schlage dich tot” bedroht haben.

Die Schiedsrichter des Fußballkreises Rhein-Erft seien „zutiefst erschüttert” von dem Vorfall. Konsequenz könnte sein, dass keine Unparteiischen mehr zu den Heimspielen des SV Lövenich/Widdersdorf geschickt werden, sagte Olligschläger.

Auch in Bochum wurde am Wochenende ein Schiedsrichter zum Opfer. Bei einer Kreisliga-B-Partie zeigte der Unparteiische einem Spieler die Rote Karte, nachdem er von dem 28-Jährigen beleidigt worden war. Aus Wut über den Platzverweis schlug der Spieler den Schiedsrichter noch auf dem Platz mit der Faust nieder und bespuckte ihn. Anschließend flüchtete der Täter, konnte aber durch Zeugenaussagen überführt werden. Nun ermittelt die Kriminalpolizei nach eigenen Angaben wegen Körperverletzung und Beleidigung.

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