Markante Nase: Für Models kein Problem

Von: Sabine Kroy
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Ganz weit vorn: Das Aachener M
Ganz weit vorn: Das Aachener Model Janina Cüpper, die auch bei Germanys next Topmodel teilgenommen hat, hat sich in der Modelwelt einen Namen gemacht.

Aachen. Sie hat Kampagnen für Douglas gemacht, sie ist das Gesicht der Roberto-Cavalli-Vodka-Werbung: Die Aachenerin Janina Cüpper hat im Model-Business erfolgreich Fuß gefasst. Wer behauptet, ihre Karriere habe mit ihrer Teilnahme an der 2. Staffel von „Germanys next Topmodel” (GNTM) zu tun, den belehrt die 25-Jährige sogleich eines Besseren.

„Ich hatte schon vorher Model-Erfahrungen gesammelt, GNTM war für mich kein Wendepunkt.” Überhaupt hat sich ihre Einstellung zu der „ausschließlich auf das Fernsehen getrimmten Show” geändert.

Frau Cüpper, was fällt Ihnen bei den beiden Worten „Aachen” und „Mode” ein?

Cüpper: Durch die Lage und die Nähe zu Belgien und den Niederlanden gibt es hier sehr viele Einflüsse. Die Mode ist einfach breit gefächert. Es gibt viele junge Leute, die Ausstellungen veranstalten. Dieses Jahr habe ich mit dem Aachener Mode-Label Lana für das Foto-Shooting des Winterkataloges zusammengearbeitet. Ein Label, das nur organisch einwandfreie Stoffe verwendet. Da denke ich: „Es tut sich hier was.”

Und Aachen ist immer noch Ihr Hauptwohnsitz...

Cüpper: Für mich ist die Lage ideal: Wir sind in der Nähe zu Düsseldorf und Köln, wo ich meistens arbeite, aber es ist kleiner und beschaulicher. Das gefällt mir. Ich habe hier sogar mal Biologie an der RWTH studiert. Aber durch das Modeln und das Reisen konnte ich mir plötzlich nicht mehr vorstellen, als Biologin tätig zu sein. Jetzt model ich, arbeite im Marketing und manchmal auch als Moderatorin.

Wie hat denn Germanys next Topmodel Ihr Leben verändert?

Cüpper: Gar nicht so stark, wie alle immer vermuten. Ich war eine der wenigen, die schon Modelerfahrung hatte. Die Arbeit, die im Fernsehen gezeigt wird, ist ganz anders als der Alltag in dieser Branche. Die Shootings sind selten so exotisch und verrückt. Wann kommt es denn schon mal vor, dass ein Model über ein Seil in 20 Meter Höhe laufen muss!? Vieles ist fürs Fernsehformat gestellt. Der Alltag beinhaltet überwiegend Katalogaufnahmen oder Beauty-Shootings.

Haben Sie die Sendung seit Ihrer Teilnahme regelmäßig verfolgt?

Cüpper: Ich habe die Show kein einziges Mal mehr gesehen. Für die Zuschauer mag das unterhaltend sein. Aber wenn man weiß, dass dieses Format mit dem echten Model-Leben fast nichts zu tun hat, ist das nicht mehr so spannend.

Muss ein Model wirklich bildschön sein?

Cüpper: Es gibt unterschiedliche Modeltypen. Die einen werden für Beauty-Kampagnen gebucht, andere für die Werbung. Man muss schauen, ob man in den gerade aktuellen Trend passt. Da können eine markante Nase oder rote Haare auch von Vorteil sein, wenn solch ein Typ gesucht wird. Auf jeden Fall sollte ein Model schlank sein, obwohl das in Deutschland lockerer gesehen wird als im Ausland. In Deutschland kann man auch Größe 38 haben als Model, im Ausland 32 bis 34. Deswegen arbeite ich überwiegend hier: Ich bin eben kein Magermodel.

Was sollte ein Model charakterlich mitbringen?

Cüpper: Stärke, Durchsetzungsvermögen, Flexibilität und Selbstbewusstsein. Man bekommt beim Shooting so viele Sachen an den Kopf geschmissen. Aber das muss man schlucken und ertragen. Man sollte Kommentare über sein Aussehen nicht persönlich nehmen, das ist eben nur ein Job. Und wenn die Visagistin etwas von abstehenden Ohren redet, bloß nicht gleich zum Schönheitschirurgen laufen! Das ist nur eine Meinung.

Werden Models auch schon mal wie Objekte zum Ablichten behandelt?

Cüpper: Eigentlich nicht. Normalerweise sind Visagist, Fotograf und Model ein Team. Als Model sollte man aber bescheiden bleiben. Wer sich zickig und arrogant gibt, wird nicht wieder gebucht.

Was ist das Reizvolle an Ihrem Job?

Cüpper: Das Abwechslungsreiche. Ich lerne immer neue Menschen kennen, ich bin immer in anderen Städten, und meistens bleibt mir nach der Arbeit auch Zeit, diese zu erkunden.

Ist das vereinbar mit einer Partnerschaft und Familie?

Cüpper: Ohne ein gutes Zeitmanagement geht das nicht. Sicherlich sieht man sich unter Woche seltener. Aber es ist wie in jedem anderen Job: Die meisten Aufträge finden zwischen Montag und Freitag statt, am Wochenende finden nur Messen und Modeschauen statt.

Haben Sie einen Traum, mit wem Sie gerne mal zusammenarbeiten würden?

Cüpper: Oh, ja! Mit David Lachapelle, einem amerikanischen Fotografen. Seine schrillen und bunten Fotos wirken wie kleine Kunstwerke.
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