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Mann muss zehn Jahre nach Mord lebenslänglich in Haft

Von: Marc Pesch, ddp
Letzte Aktualisierung:

Düsseldorf. Zehn Jahre nach dem Mord an einer 87-jährigen Millionärswitwe hat das Düsseldorfer Landgericht einen 39 Jahre alten Schreiner zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Kölner die Frau in ihrer Wohnung in Düsseldorf im Oktober 2000 aus Habgier getötet und ausgeraubt hatte. Der Mann hatte damals als Hausmeister für das vermögende Opfer gearbeitet.

Im Prozess hatte der 39-Jährige bis zuletzt die Vorwürfe zurückgewiesen. Für das Gericht gab es jedoch keine Zweifel an der Schuld des Mannes, der seine Jugend in einem Heim verbracht hatte. Experten des Landeskriminalamtes NRW hatten dank neuartiger Technik Spuren, die nach dem Mord sichergestellt worden waren, eindeutig dem Angeklagten zuordnen können.

Staatsanwalt Ralf Herrenbrück sagte, insgesamt zwölf Spuren stammten mit höchster Wahrscheinlichkeit vom Angeklagten. So war DNS-Material des Mannes unter anderem am Tatwerkzeug gefunden worden. Das Gericht ging davon aus, dass der 39-Jährige sein Opfer mit einem Stromkabel erdrosselt hatte.

Darüber hinaus hatten die LKA-Experten auch Spuren an der Kleidung der getöteten Frau entdeckt. Laut Gericht sei mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 13 Milliarden auszuschließen, dass andere Personen für die Tat in Frage kämen.

Zum Motiv sagte der Vorsitzende Richter Klaus Buhlmann, der Angeklagte habe sich zum Tatzeitpunkt in einer desolaten Finanzsituation befunden. Er habe immense Schulden gehabt, diese habe er abbezahlen müssen. Deshalb habe er die 87-jährige Millionärswitwe beraubt und anschließend auch direkt einen Teil der Schulden beglichen.

Der Angeklagte war im Sommer vergangenen Jahres in seiner Wohnung in Köln verhaftet worden. Er hatte zuletzt als Kellner in einem großen Kölner Brauhaus gearbeitet. Seine Verteidiger hatten für ihn aus Mangel an Beweisen einen Freispruch beantragt. Sie wollen nun prüfen, ob sie gegen das Urteil Revision einlegen.
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