Mammografie: Bilder, die Frauen das Leben retten können

Von: Christina Diels
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Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren haben alle zwei Jahre einen Anspruch auf eine Mammografie. Symbol-Bild: dpa

Aachen. Sind Sie zwischen 50 und 69 Jahre alt und weiblich? Dann haben Sie alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammografie-Untersuchung. Egal ob Sie privat versichert sind oder gesetzlich. Jede Frau in Deutschland in dieser Altersgruppe erhält alle zwei Jahre eine Einladung zu der Untersuchung, die dazu dient, Brustkrebs frühzeitig zu erkennen, um ihn dann möglichst erfolgreich behandeln zu können.

Das Mammografie-Screening-Programm orientiert sich an europäischen Richtlinien, die die Qualität sichern sollen. 2005 wurde es in Deutschland eingeführt. Seit fünf Jahren gibt es das Angebot in der Region mit zwei Screening-Einheiten in Aachen und jeweils einer in Düren und Heinsberg. Zum Weltkrebstag am Montag hat der Förderkreis Tumorzentrum Aachen mit dem Programmverantwortlichen für das Mammografie-Screening in unserer Region, Berthold Wein, die Erfolge vorgestellt.

Etwa jede zweite Frau aus der Region Aachen, Düren und Heinsberg folgt der Einladung. Das entspricht dem bundesweiten Trend (54 Prozent) und ist ein Erfolg, aber es könnten noch mehr Frauen werden. Im Kreis Düren seien es 58 Prozent, in der Stadt Aachen etwas weniger als 50 Prozent. „In Städten wird das Programm weniger gut angenommen, weil die Frauen hier auch Überweisungen bekommen für eine Mammografie, das ist auf dem Land weniger der Fall“, sagt Weins Kollege Peter Keulers.

„Wir finden seit Einführung des Screenings vermehrt kleine Tumore, die man nicht fühlen kann und die man nicht merkt. Wenn man sie fühlen kann, richten sie im Körper schon Unheil an“, sagt Wein. Die Strahlenbelastung werde inzwischen sehr gering gehalten, so dass der Nutzen größer sei als der Schaden. Ultraschall und Kernspintomographie setzen die Experten nur ein, um Informationen bei verdächtigen Knoten zu bekommen.

Das Screening kann die Entstehung von Brustkrebs nicht verhindern. Aber bei den teilnehmenden Frauen kann Brustkrebs früher erkannt werden. So kann ein Teil dieser Frauen vor dem Krebstod bewahrt werden. „Wir erwarten, dass nach zehn Jahren Screening die Sterblichkeitsrate durch Brustkrebs sinkt“, sagt Angela Spelsberg, Leitende Ärztin des Tumorzentrums Aachen. Zudem können Frauen in einem frühen Stadium des Brustkrebs schonender behandelt werden. „So können wir die Lebensqualität der Frauen verbessern, sie leiden weniger“, sagt Wein.

Auf der anderen Seite stehen Frauen, die beunruhigt sind, obwohl sich am Ende ein Verdachtsfall als unbegründet herausstellt. Oder Frauen, deren Tumor erkannt und behandelt wird, obwohl er ihnen vielleicht nie Probleme bereitet hätte. Und natürlich ist die Methode nicht unfehlbar, die Untersuchung zeigt nicht alle Tumore.

Die Angst vor dem Unbekannten

„Viele Frauen lehnen das Angebot ab, weil sie gesund sind“, sagt Wein. „Und die Frauen, die kommen, müssen eine Woche auf ihr Ergebnis warten. Es ist diese Angst vor dem Unbekannten, die uns am meisten zu schaffen macht.“ Trotzdem wünschen sich Wein und alle Beteiligten vom Förderkreis Tumorzentrum Aachen, dass noch viel mehr Frauen zum Screening kommen. Denn: „Alle reden über neue Medikamente gegen Krebs, dabei haben wir ganz viel Potenzial uns zu kümmern, dass die Leute gar nicht erst krank werden“, sagt Spelsberg.

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