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Mängel in der Pflege in Angriff genommen

Von: Christoph Velten
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Aachen. Horst Köhler muss ein geduldiger Mann sein. Im vergangenen Jahr hat der Bundespräsident 5480 Glückwunschbriefe unterschrieben - jedem Bürger, der 100 Jahre alt geworden ist, hat er gratuliert. Roman Herzog hatte da zehn Jahre zuvor nur die Hälfte der Arbeit.

Wer im Jahr 2025 Bundespräsident sein wird, weiß man nicht. Was man weiß: Er müsste rund 44.000 Menschen zum 100. Geburtstag gratulieren. Er sollte sich das also vorher nochmal gut überlegen. Wie so manches gut überlegt sein will, in einer Gesellschaft, die immer älter wird.

Aus diesem Grund, trafen sich Verantwortliche aus dem Bereich Pflege zum 1. Pflegekongress in der Städteregion im Aachener Eurogress. Allen voran Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

Ihre Botschaft war eindeutig: Um den Herausforderungen zu begegnen, brauche es mehr Prävention, mehr Individualität, mehr Qualität und mehr Personal. Andreas Kruse, Leiter des Instituts für Gerontologie in Heidelberg, sagte es so: „Die Rahmenbedingungen der Pflege in Deutschland sind nicht gut.”

Zur Kompensation bedürfe es laut Schmidt eines gesellschaftlichen Umdenkens - hin zu mehr Miteinander und Gemeinwesen. „Wir brauchen die soziale Stadt, die soziale Gemeinde, die auf die Bedürfnisse der Bürger - auch der älteren - zugeschnitten ist und ein Miteinander von Alt und Jung ermöglicht.”

Auch die Verantwortlichen der Städteregion Aachen um Landrat Carl Meulenbergh sind der Meinung, dass es nur im Kollektiv gehen kann. Vor dem Hintergrund der künftig gemeinsamen Aufgabenwahrnehmung in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Altenarbeit müsse man sich auf prioritäre Ziele und effiziente Strukturen einigen.

Einige probate Mittel, um den Bürger ganz pragmatisch mitzunehmen, sind indes schon auf den Weg gebracht: Über die Einführung der sogenannten Pflegestützpunkte in der Region soll, so war zu erfahren, ab dem 14. Mai verhandelt werden.

Auch die eigentlich schon für Januar angekündigte, aber sich noch in der Planung befindliche Einführung eines neuen Bewertungssystems, das Pflegeeinrichtungen und Dienstleister in einem Ampelsystem einordnen soll (rot für schlecht, grün für gut), wird kommen.

Von der Neudefinition des Begriffs der „Pflegebedürftigkeit”, verspricht sich die Bundesgesundheitsministerin Schmidt gar einen vollständigen Perspektivwechsel: Weg von der zeitlichen Berechnung beim Ausgleich von körperlichen Defiziten („Minutenpflege”), hin zur Abbildung des tatsächlichen Hilfebedarfs des Einzelnen.
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