Mädchenmord: Lebenslange Haft für dreifachen Familienvater

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Köln. Wegen Mordes an einer 16-Jährigen hat das Kölner Landgericht am Donnerstag einen Angeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 36-jährige Kölner das Mädchen aus seiner Nachbarschaft im vergangenen Oktober erdrosselt hat. Die Leiche legte er auf einem Feld in Niederzissen bei Koblenz ab.

Nach Erkenntnissen der Richter hatte der Mann der damals obdachlosen 16-Jährigen die leerstehende Wohnung seiner Mutter als Unterkunft angeboten. Als das Mädchen einzog, wurde der Angeklagte schon nach kurzer Zeit sexuell zudringlich. Die Jugendliche wehrte sich jedoch. Daraufhin zog der Mann ihr eine Plastiktüte über den Kopf und erdrosselte sie. Anschließend verging er sich sexuell an der Leiche.

Bemerkenswert „rational gesteuert” war den Richtern zufolge das Verhalten des Angeklagten nach der Tat, um Spuren zu verschleiern. Dabei habe er unter anderem dem Opfer die Nägel geschnitten, um seine DNA-Spuren zu entfernen, sowie Kleidung und Papiere der Toten vernichtet. Die Ermittler fanden aber dennoch DNA-Spuren des 36- Jährigen an der Leiche.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Mann außer lebenslanger Haft auch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert, bei der ein Angeklagter nicht automatisch nach 15 Jahren frei kommt. Dies lehnten die Richter aber ab. Zwar handle es sich um einen besonders schweren Mord. Gleichwohl sie die Tat aber nicht von vornherein geplant gewesen, sondern eher spontan geschehen.

Strafrechtlich sei der 36-Jährige für seine Tat voll verantwortlich, urteilte das Gericht und verwies auf ein psychiatrisches Gutachten, wonach er trotz schwieriger Kindheit und Persönlichkeitsdefiziten nicht vermindert schuldfähig sei. Sein Aussageverhalten vor Gericht habe der Angeklagte immer der jeweiligen Beweissituation angepasst. Sein im Prozess vorgetragenes Geständnis habe nicht die volle Wahrheit enthalten.
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