Aachen/Düsseldorf - Lufthansa geht: Wird Düsseldorf zum Billigflieger-Airport?

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Lufthansa geht: Wird Düsseldorf zum Billigflieger-Airport?

Von: Marlon Gego
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Auf Wiedersehen, Düsseldorf: Die Lufthansa zieht sich von Deutschlands drittgrößtem Flughafen zurück, nur noch ganz wenige Flüge bietet sie ab Düsseldorf an. Den größten Teil der Verbindungen übernimmt die Lufthansa-Tochter Germanwings. Foto: stock/Jochen Tack

Aachen/Düsseldorf. Seit die Lufthansa sich Ende März weitgehend vom Düsseldorfer Flughafen zurückgezogen hat, wachsen die Befürchtungen, der größte Flughafen im Westen Deutschlands werde zum Drehkreuz vornehmlich für Billig-Fluganbieter. „Auf dem Weg zum Billig-Flughafen?“, titelte dieser Tage die in Düsseldorf erscheinende „Westdeutsche Zeitung“. Die Antwort: ja und nein.

Die Düsseldorfer Flughafen-GmbH selbst wehrt sich natürlich gegen solche Befürchtungen, Imageverluste sind nicht gut fürs Geschäft. Schließlich sind auffallend viele der Ladenlokale im Düsseldorfer Flughafen an Unternehmen wie Boss, Marc O‘Polo, Montblanc oder Swarowski vermietet, die sich selbst gewiss eher mit gut situierten Geschäftsreisenden assoziieren als mit lärmenden Last-Minute-Urlaubern. Deswegen sagte ein Sprecher des Flughafens: „Wir sind weit davon entfernt, ein Billig-Flughafen zu werden.“

30 Flugzeuge für die Tochter

Im Herbst 2012 hatte die Lufthansa bekanntgegeben, sie werde den größten Teil der innereuropäischen Flüge an ihre Tochter Germanwings abgegeben – zusammen mit 30 Flugzeugen, die nun nicht mehr mit dem Lufthansa-, sondern mit dem Germanwings-Logo fliegen. Die Billig-Fluglinie solle auf dem umkämpften europäischen Markt mit niedrigen Preisen Kunden zurückgewinnen, die Lufthansa in Richtung anderer Billig-Anbieter verlassen hatten. Die Lufthansa selbst wolle sich überwiegend ums gewinnträchtigere Interkontinental-Geschäft kümmern.

Leidtragende waren zunächst Flughäfen, wie Köln, Berlin, Hamburg und Stuttgart. Aber auch Düsseldorf als drittgrößter Flughafen Deutschlands blieb am Ende nicht verschont. Seit 1. April bietet Lufthansa dort nur noch Flüge nach Chicago, New York, Frankfurt und München an. Alle anderen Verbindungen wurden von Germanwings übernommen.

Zwar verzeichnet der Düsseldorfer Flughafen leicht steigende Passagierzahlen, aber Kritiker sehen darin kein positives Zeichen: Die meisten Zuwächse, sagt etwa Christoph Lange vom Meerbuscher „Bürgerverein Bürger gegen Fluglärm“, würden im Billig-Segment erzielt, von denen weder Stadt noch Land viel hätten. „Eine gesunde und nachhaltige Entwicklung sieht anders aus“, sagt Lange.

Nach einer Aufstellung des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) bieten von 21 in Deutschland aktiven Billig-Fluglinien elf Flüge ab und nach Düsseldorf an. Der Anteil der Billig-Fluglinien von insgesamt 86, die in Düsseldorf starten und landen, beträgt also knapp 13 Prozent.

Am Flughafen Köln/Bonn sind insgesamt 34 Airlines aktiv, von denen das DLR wiederum zehn als Billig-Anbieter klassifiziert. Ihr Anteil in Köln/Bonn beträgt fast 30 Prozent. Mit anderen Worten: Es ist wohl noch zu früh, sich um das Image des Düsseldorfer Flughafens Sorgen machen zu müssen.

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