Lüttich - Lüttich scheitert mit Bewerbung für Expo 2017

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Lüttich scheitert mit Bewerbung für Expo 2017

Von: Angela Delonge
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Kasachstan schlägt Belgien: Enttäuscht nehmen einige hundert Lütticher gestern das Ergebnis zur Kenntnis, das über die Vergabe der Weltausstellung Expo 2017 entschied.

Lüttich. Kurz nach 17.30 Uhr war die Sache entschieden: Die Expo 2017 kommt nicht nach Lüttich. Dies hat die geheime Abstimmung der Generalversammlung des Bureau International des Expositions (BIE) gestern Nachmittag in Paris ergeben. 103 von 148 stimmberechtigten Mitgliedsstaaten hatten ihr Votum für Astana, die Hauptstadt von Kasachstan, abgegeben. Nur 44 Staaten sprachen sich für Lüttich aus.

Viele der Menschen, die die Abstimmung auf der Place St. Lambert in Lüttich auf einer Großbildleinwand verfolgten, hatten im Vorfeld im Internet natürlich für ihre Stadt gestimmt und zeigten sich nun enttäuscht. Aber „tant pis“, Pech gehabt, sagen die Lütticher. Es kommen andere Projekte.

Belgien oder Kasachstan – das war die Frage gewesen. Kein drittes Land hatte sich für die Ausrichtung der Expo 2017 beworben. Dass Lüttich die Internationale Ausstellung nun nicht ausrichten darf, sorgte auch bei den Verantwortlichen für enttäuschte Mienen. Jean-Christophe Peterkenne, Geschäftsführer des Lütticher Expo-Teams, sagte: „Wir sind alle sehr traurig, aber die Expo-Bewerbung hat unserer Stadt insgesamt sehr viel positive Energie gebracht. Das wird uns nicht aufhalten.“

Mit ihrem bürgernahen Projekt „Die Welt vernetzen, die Menschen verbinden, gemeinsam besser leben“ hatten die Lütticher eine Bewerbung von großer Qualität vorgelegt. Die im Rahmen der Expo geplante Umgestaltung des Viertels Coronmeuse zu Europas größtem grünen Viertel galt vielen als beispielhaft, weil sie sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Gereicht hat es nicht.

Das Motto der Kasachen „Energie der Zukunft“, dem man sich als „größte Herausforderung der Menschheit“ nun auf einem extra zu errichtenden Expo-Gelände widmen wird, fand gestern die Zustimmung der weitaus meisten Länder. „Das Votum zeigt, dass viele Länder auf der Welt noch ganz andere Aufgaben zu bewältigen haben als wir Europäer“, sagte Lüttichs Bürgermeister Willy Demeyer.

Somit sei die Entscheidung auch eine diplomatische und wirtschaftliche. Anders gesagt: Es ist die Niederlage des alten Europa gegen die neue Welt im Osten. Aber Demeyer blickt optimistisch in die Zukunft: „Wir werden trotzdem viele Projekte umsetzen.“

In Kasachstan, wo es weder an Platz noch an Geld mangelt, wird nun mitten in der mittelasiatischen Steppe ein gigantische Ausstellung für mehr als eine Milliarde Euro verwirklicht. Eine willkommene Chance für den 20 Jahre jungen Staat, sich international Renommee zu verschaffen.

Die Entwicklung zukunftsweisender grüner Energien sei von großer Bedeutung für ganz Europa, Asien und Zentralasien, hatte Kairad Kelimbetov, kasachischer Vizepremierminister und Expo-Vertreter noch vor der Abstimmung betont.

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