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Lolita-Prozess: Mutter hatte Angeklagten früh im Verdacht

Von: dpa
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Ein Foto von Lolita Brieger zu
Der Prozess um den gewaltsamen Tod von Lolita Brieger vor fast 30 Jahren in der Eifel ist am Donnerstag vor dem Landgericht Trier fortgesetzt worden.

Trier. Die Mutter der vor fast 30 Jahren getöteten Lolita Brieger hat den wegen Mordes angeklagten Landwirt schon früh als Täter verdächtigt. „Ich wusste, dass er dahinter steckt”, sagte die 80-jährige Hildegard Brieger am Donnerstag vor dem Landgericht Trier.

In der Beziehung zwischen ihm und ihrer Tochter habe es immer wieder „Streit und Zank” gegeben. Briegers Familie habe der damals 18-Jährigen von dem Bauern aus Scheid (Kreis Vulkaneifel) abgeraten. „Der hat es nicht ehrlich gemeint”, sagte Brieger. Der 51-jährige Eifeler soll die schwangere Lolita im November 1982 erdrosselt und ihre Leiche auf einer Mülldeponie im nordrhein-westfälischen Frauenkron vergraben haben.

Mutmaßliches Motiv: Er wollte die junge Frau aus dem Nachbarort Frauenkron loswerden, weil sie vom sozialen Stand her nicht zu seiner Familie passte. Er ist Sohn eines reichen Milchbauern. Sie war Tochter eines Baufirmen-Arbeiters. Vor allem der Vater des Angeklagten sei gegen die Beziehung gewesen, sagte Lolitas Mutter. Er habe einmal auf seinem Hof zu dem Vater Lolitas gesagt: „Die kommt mir nicht hier rein.” Als der Vater von der Schwangerschaft erfuhr, soll er den Sohn gezwungen haben, Schluss zu machen. Lolita wollte das Kind dennoch austragen - da habe er sie umgebracht, wirft die Anklage ihm vor.

„Lolita hätte alles für ihn getan”, sagte Lolita Briegers Schwester, Petra Brieger (49), vor Gericht. Sie sei ihm „hörig” gewesen, so wie der Angeklagte seinem Vater hörig gewesen sei. „Für sie gab es nur noch ihn und das Kind.” Drei Monate vor ihrem Tod war die junge Frau in ein Zimmer nach Jünkerath gezogen, wo sie als Näherin arbeitete. „Er war ständig bei ihr”, sagte die Mutter.

Die Zeit nach dem spurlosen Verschwinden von Lolita sei „die Hölle” gewesen, sagte Mutter Brieger. „Wir haben immer gesucht und gesucht, aber nichts gefunden. Sie war wie vom Erdboden verschluckt.” Die Polizei tappte fast drei Jahrzehnte im Dunkeln. Erst im Oktober 2011 fand sie nach zweiwöchiger Suche die sterblichen Überreste Briegers auf der inzwischen bewaldeten ehemaligen Müllhalde. Ein Zeuge, der dem heute 51-Jährigen beim Beseitigen der Leiche geholfen haben will, hatte die Ermittler zum Fundort geführt.

Der Landwirt schweigt seit seiner Festnahme vor rund sechs Monaten zu den Vorwürfen. Auch seine Mutter, seine Schwester und sein Bruder haben vom Recht der Aussageverweigerung Gebrauch gemacht. „Wir wollen, dass unsere Familie endlich Gerechtigkeit erfährt”, sagte Petra Brieger. Der Täter müsse bestraft werden.

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