Legionellen: Montag wird Block F wieder angefahren

Von: Claudia Schweda und Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Am Montag wird Block F in Weisweiler wieder angefahren. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler/Köln. RWE wird am kommenden Montag Block F im Kraftwerk Weisweiler wieder anfahren. Die Bezirksregierung Köln genehmigte am Freitag das Konzept des Energiekonzerns, das die zuletzt explodierte Belastung mit Legionellenkolonien reduzieren soll.

Neu ist eine Kontrolle der Legionellenzahl in dem Wasserdampf, der oben am Kühlturm austritt. Das sei eine Empfehlung der Bezirksregierung, die von RWE umgesetzt werde, teilte eine Sprecherin der Bezirksregierung auf Anfrage mit.

Bislang seien am oberen Rand des Kühlturms im betroffenen Block F keine Proben genommen worden, weil Experten davon ausgehen, dass nur extrem wenige der gefährlichen Legionellen-Kolonien dort ankommen. Angesichts der zuletzt extremen Belastung im Block F wird das nun aber geprüft. „Damit soll sichergestellt werden, dass die Legionellen sich nicht über die Kühlturmschwaden vermehren und verbreiten“, hieß es.

Der Block wird nach Angaben der Bezirksregierung zunächst mit gereinigtem Wasser wieder angefahren. Kurz darauf würde dann mit Desinfektionsmaßnahmen begonnen, die in kurzen Abständen wiederholt würden, um ein erneutes Aufkeimen einer hohen Legionellenbelastung zu verhindern. Die Dosierung des Biozids werde über eine ständige Untersuchung der Höhe der Legionellenbelastung flexibel gesteuert.

Mit diesem Prozedere reagieren Aufsichtsbehörde und RWE auf die Entwicklung der Legionellenkoloniezahl im Block F nach der ersten Biozidbehandlung vor fünf Wochen. Damals war deren Zahl von 61.500 weit unter die von Experten und von Bundesseite für Kühltürme empfohlene Marke von 10.000 Kolonien pro 100 Milliliter gesenkt worden.

Unter dieser Marke blieb die Belastung über drei Wochen lang an den verschiedenen Messpunkten. Vorige Woche Mittwoch lag dann plötzlich ein erster Wert bei 31.000 Kolonien. Einen Tag später explodierten zwei Messpunkte auf die Zahl von 144.000 beziehungsweise 275.000 Legionellenkolonien, woraufhin der Block am Freitag heruntergefahren wurde.

RWE hat im Anschluss nach eigenen Angaben das gesamte Leitungssystem untersucht. Eine Erklärung für den explosionsartigen Anstieg der Keimbelastung nach den ersten Reinigungsprozessen habe man allerdings nicht gefunden, hieß es weiter.

Die Bezirksregierung Köln teilte mit, dass diese „Massenentwicklung der Legionellen“ durch den nun geplanten wiederholten Biozideinsatz „von vornherein verhindert werden“ soll. Der zweite Einsatz des Biozids sei für Ende nächster Woche geplant, teilte RWE auf Anfrage mit.

Die Desinfektion des belasteten Kühlturms läuft nach Angaben der Bezirksregierung „im Prinzip“ wie schon Ende Oktober. Verwendet werde ein bromhaltiges Biozid, das während der Einwirkzeit nahezu vollständig abgebaut werde. Die keimtötende Wirkung werde während und nach der Behandlung durch einen Bakterientest verfolgt.

Trotz des fast vollständigen Abbaus des Biozids werde das entstehende Abwasser nicht in den benachbarten Fluss, die Inde, abgeleitet, sondern der Rauchgasreinigung zugeführt. Die dort entstehenden Reststoffe würden planmäßig auf der Deponie Inden II entsorgt. Das gesamte Konzept werde messtechnisch durch das Landesumweltamt begleitet und von der Bezirksregierung regelmäßig überwacht.

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