Landschaftspfleger sorgt sorgt für schönes Grün und sichere Spielplätze

Von: Alexander Barth
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Der Herr der Schlüssel: Guido Fahlenbock ist der oberste Landschaftspfleger im Brückenkopf-Park. Foto: Alexander Barth
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Einsatz im Beet und im Tierkäfig: Mitarbeiterinnen kümmern sich täglich um die Anlagen. Foto: Alexander Barth
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Ständig am Hörer: Hajo Bülles ist als Geschäftsführer für alle organisatorischen Dinge im Park verantwortlich. Foto: Alexander Barth

Jülich. Gärtnermeister und Sicherheitsbeauftragter, so steht es auf seiner Visitenkarte. Streng genommen übernimmt Guido Fahlenbock aber mindestens ein halbes Dutzend Jobs im Jülicher Brückenkopfpark. Schreiner, Klempner, Betonbauer, Erntehelfer – guten Gewissens könnte er die Karte um diese Tätigkeiten erweitern. Und das Tag für Tag.

Freizeitspaß auf 30 Hektar verspricht der Park mitsamt der alten Zitadelle – reichlich Fläche, die es zu bewirtschaften, zu pflegen und gleichzeitig zu bespielen gilt. Neben der „Baustelle“ Naturpflege gehört die Organisation von Veranstaltungen rund ums Jahr zu den Aufgaben der Macher im Hintergrund.

Der Tag beginnt für Fahlenbock und seine Mitarbeiter um 7.30 Uhr. Eine kleine Besprechung, dann geht es für das kleine Team auch schon hinein in den Park – und damit an die Arbeit. Zum regelmäßigen Programm gehört die Beseitigung dessen, was die Besucher zurücklassen: Müll aufsammeln ist täglich angesagt, „kein Wunder, wenn bis zu 800 Tagesgäste über die Anlage hinweggetobt sind“, sagt der Landschaftspfleger. Ein Rundgang über das ganze Gelände gehört jeden Morgen dazu, und zwar, bevor die ersten Besucher ab 9 Uhr in den Brückenkopf-Park strömen.

Beim täglichen Inspektionsgang wird auch all das in Augenschein genommen, was in den Augen des Gärtnermeisters den Hauptanteil und gleichzeitig -reiz des Brückenkopf-Parks ausmacht: „Wir kontrollieren alles, was wächst“. Vom blühenden Beet bis zum altehrwürdigen Baum, „das ist meine Leidenschaft, da komme ich her, da bin ich gut.“ In seiner Eigenschaft als Gärtnermeister schlug der gebürtige Geilenkirchener im Jahr 1996 in Jülich auf, als dort die Vorbereitungen für die Landesgartenschau begannen. „Nach der Schau im Jahr 1998 ergab sich die Chance, zu bleiben. Eine gute Entscheidung“, sagt Guido Fahlenbock, sein Lächeln unterstreicht die Aussage.

Über den Tag hinweg zeigt sich, wie viele Baustellen der Park zu bieten hat. Während Fahlenbocks Mitarbeiterin Susanne Brunke den Kampf mit dem frühen Herbstlaub aufgenommen hat, kümmert sich Kollege Björn Oesterwind um den Sand, der vor einer der Spielplatzrutschen neu aufgeschüttet werden muss. „Weggespielt!“, kommentiert der groß gewachsene Brillenträger knapp und widmet sich wieder der Schaufelarbeit. „So sieht das hier fast jeden Tag aus.“

Auch der Mann für alle Fälle nimmt das Spielgelände immer wieder genau unter die Lupe. „Zu reparieren ist eigentlich immer etwas.“ Guido Fahlenbock prüft den Sitz der Seilbahn, „ein beliebtes Spaßgerät“, und stellt fest: „Das Metall ist abgenutzt, das ist ganz selbstverständlich nach einer gewissen Zeit. Ich muss bald einen Haltering auswechseln, aber noch tut es das so.“ Stichwort Reparieren: Dazu gehören auch die unangenehmeren Dinge des Lebens. „Eine verstopfte Toilette muss ich nicht jeden Tag haben“, sagt Fahlenbock und zuckt mit den Schultern, „kommt aber leider häufig vor. Aber so sind Kinder eben. Die stopfen Papierrollen ins Klo, und wir haben den Stress. Schön ist das nicht. Gehört aber dazu“. So weit, so pragmatisch.

Arbeiten im Brückenkopf-Park, das bedeutet für Guido Fahlenbock vor allem: draußen sein. „Der schönste Job, den ich mir vorstellen kann“, sagt er und spricht von Herzblut, von „unserem Park“ und davon, wie er hineingewachsen ist in diesen Ort. Hajo Bülles schlägt ähnliche Töne an. „Wir sind über die Jahre zusammengewachsen. Ich habe hier eine Handvoll Kollegen, die bereits seit den Anfangstagen dabei sind.“ Der Geschäftsführer hat mit seinem Team der Parkverwaltung kürzlich ein neues Gebäude in der Nähe des Eingangsbereichs bezogen, von hier aus koordiniert er den Teil der Arbeit hinter den Kulissen, die nicht von den Gärtnern und Landschaftspflegern bewältigt wird. Hier werden die Veranstaltungen koordiniert, die rund ums Jahr stattfinden. Erst im August war eine aufwendige Piratenshow zu Gast, im „Grünen Klassenzimmer“ wird Schülern naturnaher Unterricht ermöglicht, es gibt Open-Air-Kino und Konzerte. Die Saison der Freiluftveranstaltungen endet traditionell mit der Reihe „Herbstlichter im Park“.

Der Herbst hält alljährlich schweißtreibende Saisonarbeit bereit: 1,5 Kilometer Hecke müssen geschnitten werden, „in diesem Jahr lohnt sich das richtig“. Insge-samt 3500 Quadratmeter Fläche pflegen Fahlenbock und sein Team. Routine ist das eine im Arbeitsalltag, aber auch Notfälle – abseits von verstopften Toiletten – gehören dazu. „Immer wieder entdecken Besucher oder wir selbst Wespennester an Stellen, wo Kinder spielen, und die sind ja nun mal unbedarfter als Erwachsene. Dann muss großzügig abgesperrt werden.“ Weniger aufwendig, dafür mindestens genauso gefährlich: „Plötzlich ragt Mittags irgendwo ein Nagel heraus, wo du am Abend vorher noch bei der Kontrolle nichts festgestellt hast“, erklärt Guido Fahlenbock.

Auch die alte Wehranlage der Zitadelle gehört zum Park und damit zum Einsatzgebiet des Landschaftspflegers. Die Wehrgänge, tagsüber beliebtes Ziel für kleine und große Entdecker, sind über Nacht abgesperrt. Spätestens an dieser Stelle erweist sich Guido Fahlenbock als wahrer Herr der Schlüssel – zwei gewaltige Bünde trägt er immer bei sich, um Türen zu öffnen, die den Parkbesuchern, je nachdem, geöffnet oder verschlossen werden sollen.

Der tägliche Kontrollgang endet nicht selten in der Blumenhalle an der Südbastion. Meist ergibt sich schon wieder eine neue Aufgabe auf dem umgekehrten Weg. Immer wieder führt dieser ihn auch an den Tiergehegen vorbei, die freilaufenden Pfauen kreuzen seinen Weg. „Die Pfauen benehmen sich besser als die Hasen“, sagt Guido Fahlenbock schmunzelnd, „die machen uns nämlich mehr Arbeit mit ihrer Buddelei und den Hinterlassenschaften. Es gibt halt immer was zu tun“.

www.brueckenkopf-park.de

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