Land unterstützt Umbau der Ordensburg Vogelsang

Von: dapd-nrw
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Vogelsang
Besucher nehmen am Mittwoch (03.08.2011) bei Gemünd in der Eifel an einer Führung über die ehemalige NS-Ordenburg Vogelsang teil. Fünf Jahre nach der Öffnung der Burg kommen immer mehr Besucher zu dem Denkmal. Foto: dpa

Schleiden. Die frühere Nazi-Eliteschule Vogelsang hat eine Millionenförderung vom Land NRW in der Tasche und kann jetzt mit dem Umbau zu einem touristischen Bildungsort beginnen.

Wirtschafts- und Bauminister Harry Voigtsberger (SPD) überreichte nach Angaben der Landesregierung vom Dienstag den Zuwendungsbescheid über knapp 32 Millionen Euro Förderung für Sanierung und Ausbau der „NS-Ordensburg” Vogelsang in der Eifel, allerdings in abgespeckter Form. „Das ist der wichtigste Tag seit Beginn der Konversion”, sagte der Aufsichtsrats-Chef der Betreibergesellschaft Vogelsang ip, Manfred Poth. Seit Abzug des belgischen Militärs Ende 2005 betreibt die Region die Umwandlung der früheren NS-Eliteschule.

Mit dem Geld entstehen bis Mai 2014 Ausstellungsräume, eine Gaststätte und ein Empfangsbereich. Inklusive Eigenanteil der Region werden 35 Millionen Euro in den Kernbereich von Vogelsang investiert. Wirksam werden damit weitere Förderzusagen über sieben Millionen Euro für die Ausstattung von drei Ausstellungen zu Vogelsang-Geschichte, Nationalpark und Region, wie der Betreiber mitteilte. Vogelsang liegt im Nationalpark Eifel.

Wermutstropfen: Aus dem Förderpaket herausgefallen sind eine Jugendherberge und ein Jugendwaldheim, für die 15 Millionen beantragt waren. Nach Angaben aus dem Wirtschaftsministerium hatten dabei strategische Überlegungen eine Rolle gespielt. Vogelsang hätte mit dem Geld die unter EU-Aspekten wichtige Förder-Marke von 50 Millionen Euro überschritten, die das Bewilligungsverfahren möglicherweise kritisch in die Länge gezogen hätte.

Vogelsang ip werde mit dem Deutschen Jugendherbergswerk Anfang nächsten Jahres über Lösungen diskutieren, kündigte Poth an: „Es wäre doch schade, wenn eines der wichtigsten Projekte nicht umgesetzt würde.” Die geplante Jugendherberge ist das bisher einzig privatfinanzierte Großprojekt.

Poth hofft, dass der Umbau im Kernbereich ein Signal für private Investoren ist. Das Gebäudeensemble hat 70 000 Quadratmeter Nutzfläche. Die Vermarktung gilt als besonders schwierig: Neben der Nazi-Vergangenheit werden von Beobachtern auch die abgelegene Lage und der Zustand der Gebäude als Hemmnisse gesehen. Im vergangenen Jahr hatten laut Vogelsang ip 200 000 Menschen das einzig erhaltene Landschaftsdenkmal aus der NS-Zeit besucht und in der Region 3,2 Millionen Euro Umsatz gemacht.
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