Aachen - Kunst an der Grenze: Deutsch-belgische Route zeigt Landschaftskunst

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Kunst an der Grenze: Deutsch-belgische Route zeigt Landschaftskunst

Von: Tonia Haag, dapd
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Aachen. Normalerweise ist die Eupener Straße 420 in Aachen ein Ort, an dem die Autos schnell vorbeifahren. Ab Sonntag soll sich das jedoch ändern.

Dann verwandelt sich das ehemalige deutsche Zollhaus an der deutsch-belgischen Grenze in den Ausgangspunkt für eine ganz besondere Ausstellung - die „Grenzkunstroute 011”. Fast 20 Wochen lang können Besucher dann durch den Wald entlang der deutsch-belgischen Grenze streifen und dabei zahlreiche Kunstwerke entdecken.

Die Zeit drängt. Noch stehen nicht alle der 16 vorgesehenen Kunstobjekte an der knapp zwei Kilometer langen Strecke, doch Kurator Benjamin Fleig bleibt gelassen. „Es wird immer fünf vor zwölf, bis alles fertig ist”, sagt er und lacht. Der 38-Jährige spricht aus Erfahrung. Seit etwa zehn Jahren plant er Ausstellungen. Die Grenzkunstroute ist für ihn jedoch eine Premiere. Eine so große Landartausstellung hat er noch nie konzipiert.

Fremdartige Duschkabine

An einer Weggabelung stehen Andreas Hetfeld und Suus Baltussen. Die beiden Künstler aus Nijmegen in den Niederlanden machen sich an einem silbern glänzenden, sonderbar anmutenden Objekt zu schaffen: Die Außenverkleidung ist aus Computertastaturen, auf dem Dach thront ein silbriger Fahrradreifen wie eine Antenne, die in den Himmel ragt. Waschmaschinentüren geben den Blick ins Innere frei und zeigen - eine Duschkabine.

„Es soll überraschend sein”, sagt Suus Baltussen, die das Kunstwerk extra für die Grenzkunstroute geschaffen hat. „Viele Leute konsumieren heute nur noch, was sie sehen, ohne weiter nachzudenken. Das Kunstwerk soll dazu anregen, mit frischem Blick die Welt zu sehen”.

Auch Andreas Hetfeld hofft, mit seinem Kunstwerk - einem begehbaren überdimensionalen Nistkasten, der auf einem Baumstumpf steht - etwas zu erreichen. „Ich versuche, durch meine Kunst den Menschen die Natur wieder näher zu bringen”, sagt der 46-Jährige. Denn während er in seiner Kindheit noch viel draußen gespielt habe, säßen heute viele nur noch vor dem Computer.

Ein Stück weiter ist Helge Hommes damit beschäftigt, alte Türen, Bettgestelle, Polster, Stühle und Regale zusammen zu zimmern. „Das soll ein Sperrmüllbaum werden”, erläutert Fleig. „Es ist Kritik an der Wegwerfgesellschaft - wenn die Möbel nicht mehr gefallen, werden sie eben weggeschmissen, obwohl sie noch brauchbar sind.” Noch ist das hölzerne Mahnmal fünf Meter hoch, mindestens zehn sollen es werden.

Konzerte, Lesungen und Theaterstücke im Rahmenprogramm

Doch für ihre Grenzkunstroute haben die Organisatoren nicht nur Kunstwerke zusammengestellt. Auch mit ihrem umfangreichen Rahmenprogramm wollen sie Besucher anlocken. „Wir haben zum Beispiel Konzerte, Lesungen oder Theaterstücke geplant”, berichtet Helga Korthals, die Geschäftsführerin des belgisch-deutschen Kunstvereins Kukuk, der im alten Zollhaus sitzt und die Grenzkunstroute veranstaltet.

Über 50 Programmpunkte wollen die Organisatoren anbieten. Vieles davon soll für die Besucher kostenlos sein, so wie auch die Tour über die Grenzkunstroute. Schließlich soll die Kunst für alle da sein.
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