Düsseldorf - Kriminalbeamte fordern Verbot von Bandidos und Hells Angels

Whatsapp Freisteller

Kriminalbeamte fordern Verbot von Bandidos und Hells Angels

Von: ddp-nrw
Letzte Aktualisierung:
Hells Angels
Der Bund Deutscher Kriminalbeamter fordert ein Verbot der Rockergruppen Bandidos und Hells Angels in Deutschland. Foto: ddp

Düsseldorf. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter fordert ein Verbot der Rockergruppen Bandidos und Hells Angels in Deutschland. „Bei den Vorfällen in Duisburg, Solingen und Essen handelt es sich eindeutig um Auseinandersetzungen innerhalb von Gruppen der organisierten Kriminalität, die mit höchster Gewaltbereitschaft vorgehen”, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Wilfried Albishausen der „Rheinischen Post”.

„In solchen Fällen muss der Staat Farbe bekennen, selbst wenn man mit einem Verbot auch den einen oder anderen Mitläufer trifft.” Dem Landeskriminalamt (LKA) in NRW sind nach Angaben eines Sprechers sieben Gruppierungen der Hells Angels mit rund 150 Personen sowie 16 Gruppierungen der Bandidos mit etwa 200 Mitgliedern bekannt.

Die Banden würden mit Betäubungsmittel- und Waffenhandel, mit der Rotlicht- und der Türsteherszene sowie mit Körperverletzungsdelikten in Verbindung gebracht, sagte der LKA-Sprecher auf ddp-Anfrage. Er betonte, dass die Polizei in NRW das Agieren der Rockerbanden im Blickfeld habe. Selbstjustiz oder rechtsfreie Räume würden nicht toleriert.

Der Polizei in Münster wurde derweil die Aufgabe übertragen, nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen am Wochenende landesweit die Einsätze in Zusammenhang mit möglicher Rockerkriminalität zu koordinieren. Einzelheiten hierzu wollte ein Polizeisprecher auf ddp-Anfrage nicht nennen. Das Landgericht Münster hatte im Juni 2008 zwei Bandidos wegen des Mordes an einem Mitglied der Hells Angels zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Die Richter hatten es damals als erwiesen angesehen, dass der Mord im Mai 2007 in Ibbenbüren Höhepunkt der Auseinandersetzungen zwischen den Rockergangs um Macht und Gebietsansprüche gewesen war.

In NRW war es am Wochenende zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Rockergruppen gekommen. In Duisburg hatte es am Samstagabend eine Massenschlägerei gegeben. Mit Schlagstöcken bewaffnete Anhänger der Hells Angels drangen in eine Rockerkneipe im Rotlichtviertel der Stadt ein und prügelten sich mit den Besuchern. Dabei ging die Einrichtung zu Bruch. Das Lokal gilt als Treffpunkt der Bandidos.

Bei einem weiteren Vorfall hatten in der Nacht auf Sonntag Unbekannte eine Handgranate durch ein Fenster des Clubheims der Hells Angels in Solingen geworfen, die jedoch nach Polizeiangaben nicht detonierte. Außerdem wurden einem Sprecher zufolge vermutlich mehrere Schüsse auf das Gebäude abgegeben.

Möglicherweise aus Rache für den Vorfall in Solingen schossen Unbekannte wenige Stunden später auf ein Bandidos-Clubheim in Essen. An der Türscheibe des Clubheims, in dem sich zum Tatzeitpunkt niemand befand, wurden einer Polizeisprecherin zufolge zwei Einschusslöcher entdeckt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert