Krankenhaus weicht Garzweiler II

Von: dpa
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Erkelenz. Nach den ersten Einwohnern siedelt nun ein ganzes Krankenhaus in Erkelenz-Immerath wegen des Braunkohletagebaus Garzweiler II um.

„Das ist ein markantes Signal”, sagte der Erste Beigeordnete der Stadt, Hans-Heiner Gotzen, am Montag zum Start. Damit werde eines der größten Gebäude im Ort geräumt.

Das Hermann-Josef-Krankenhaus mit rund 110 Betten und 140 Beschäftigten wird dem Mutterhaus in Erkelenz angegliedert. Erkelenz soll durch den Tagebau ein Drittel seines Stadtgebiets verlieren. 5000 Menschen sind betroffen und müssen wegziehen.

Zur Zeit läuft die Umsiedlung der Orte Immerath, Lützerath und Pesch mit rund 1100 Menschen. Gotzen ging davon aus, dass bis zu 60 Prozent der Betroffenen mit an den neuen Umsiedlungsstandort ziehen. Drei Jahre nach Umsiedlungsstart habe etwa jeder zweite Hauseigentümer die Verhandlungen mit RWE Power über die Entschädigung abgeschlossen.

Immerath werde zwischen 2017 und 2019 abgebaggert. Erkelenz gehört zu den entschiedenen Gegnern von Garzweiler II, war aber vor Gericht mit seinen Klagen gescheitert.

Der Umzug des Krankenhauses sollte schon am Dienstag abgeschlossen sein. Urologie und Geriatrie kommen in einen neuen Anbau. Das leere Gebäude in Immerath könne man aber nicht „mit ein paar Brettern zunageln” und über Jahre leer stehenlassen, meinte Gotzen.

Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Leerstehende Häuser nach Umsiedlungen seien sehr häufig Ziel für Vandalismus.

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