Kraftwerk in Niederaußem: „Nicht ohne neuen Tagebau”

Von: Elke Silberer, dpa
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Kraftwerk Niederaussem
Umgewisse Zukunft: Ohne einen weiteren Tagebau rechne sich ein Kraftwerksneubau am Standort Niederaußem nicht, sagt der BUND. Betreiber RWE hat einen Bauantrag gestellt, sich aber zu weitergehenden Planungen nicht geäußert.

Düsseldorf/Aachen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND/NRW) geht davon aus, dass RWE den geplanten Neubau eines Braunkohlekraftwerks am Standort Niederaußem bei Bergheim nicht realisiert.

Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sprächen dagegen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass RWE dauerhaft auf die Braunkohle setzt. Von daher glaube ich nicht, dass das Kraftwerk in Niederaußem realisiert wird”, sagte BUND-Geschäftsleiter Dirk Jansen am Dienstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Ohne neuen Tagebau nicht wirtschaftlich

Die Ziele des von der NRW-Landesregierung auf den Weg gebrachten Klimaschutzgesetzes mit einer 80-prozentigen CO2-Reduktion bis 2050 seien nur mit Einschnitten bei der Braunkohle möglich, sagte Jansen. Nicht eine moderne Kraftwerkstechnik sei entscheidend, sondern die Kohlenmenge.

„Wenn ich vorne 30 Millionen Tonnen Kohle rein schiebe, dann kommen zwangsläufig 30 Millionen Tonnen CO2 aus dem Schornstein”, machte der Braunkohlenexperte die Rechnung auf. Die Klimaziele seien nur über die Reduktion der maximalen Förderquote erreichbar.

RWE hat zwar unlängst das Genehmigungsverfahren eingeleitet, lässt aber die Entscheidung über die 1,5 Milliarden-Euro-Investition noch offen. Mit Inbetriebnahme der neuen Anlage in Niederaußem sollen vier ältere Kraftwerksblöcke stillgelegt werden.

Ohne einen neuen Tagebau wäre das Braunkohlenkraftwerk nicht wirtschaftlich, sagt Jansen. Ein Kohlekraftwerk rentiere sich erst nach dem 20. Betriebsjahr. „Niederaußem würde, wenn tatsächlich die Investitionsentscheidung getroffen würde, frühestens 2018 oder 2020 am Netz sein”, sagte Jansen.

Als letzter Tagebau im Rheinischen Revier laufe Garzweiler bis 2045. Entweder RWE strecke den Abbau im Tagebau Garzweiler. „Oder aber man würde, wenn man an der Braunkohle festhalten will, tatsächlich neue Tagebaue ins Blickfeld nehmen”, sagte Jansen. Zu der Frage hat sich RWE bisher nicht geäußert.
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