Kopierer streikte: Dürener Schüler müssen Abi-Klausur nachschreiben

Von: Stephan Vallata
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Foto: ddp
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Düren. Ein technischer Defekt sei schuld gewesen, sagen die Verantwortlichen und bemühen sich redlich, das Wörtchen Panne nicht in den Mund zu nehmen: 41 Schülerinnen des St.-Angela-Gymnasiums müssen am 18. Mai Teile einer Zentralabitur-Klausur im Grundkurs Mathematik nachschreiben, weil der Kopierer die Bögen nicht ordnungsgemäß vervielfältigte.

Das Gerät wurde zwar mit sämtlichen Seiten „gefüttert”, eine allerdings tauchte in den Kopien nicht mehr auf. Der Fehler fiel erst auf, als die Fachlehrer mit der Korrektur beschäftigt waren.

Der Ärger unter den Betroffenen ist groß. „Es kann doch nicht sein, dass so etwas auf dem Rücken der Schüler ausgetragen wird, die sich jetzt schon in der Vorbereitung auf ihre mündliche Prüfung befinden und denen damit wertvolle Zeit verloren geht”, meldet sich ein Angehöriger zu Wort. Außerdem befänden sich einige im Urlaub.

Für Wolfgang Habrich, Leiter des St.-Angela-Gymnasiums, ist die Sachlage klar: Alle Betroffenen seien dazu verpflichtet, den Nachschreibetermin wahrzunehmen. Zwar werde den Abiturientinnen kein Unterricht mehr erteilt, doch die Unterrichtspflicht ende erst mit der Übergabe der Abiturzeugnisse. Wer dennoch in den Urlaub fahre, tue dies auf eigene Gefahr.

„Das ist nicht schön, das haben wir alle sehr bedauert und uns schwarz geärgert”, sagt Habrich zusammenfassend zu dem Vorfall, der sich bereits am Dienstag vergangener Woche ereignet hat. Am Freitag dann seien die Bezirksregierung Köln und das Schulministerium NRW davon in Kenntnis gesetzt worden.

Warum das Fehlen von Teil D der ersten Aufgabe der Mathematik-Klausur über anwendungsbezogene Analysis erst im Nachhinein aufgefallen ist, erklärt sich der Schulleiter so: Da die Fachlehrer separat angefertigte und vollständige Kopien der Klausuren erhielten, habe es keinen Anlass zur Beanstandung gegeben. Und ansonsten sei das Zentralabitur „wirklich glänzend und pannenlos verlaufen”.

Das kann auch das Schulministerium NRW auf Nachfrage bestätigen: Bei 879 von 880 Schulen, an denen landesweit Mathematik-Klausuren im Grundkurs geschrieben wurden, seien keinerlei Komplikationen aufgetreten - mit Ausnahme von Düren. „Wenn der Mensch sich auf die Technik verlässt, kann das passieren”, sagte ein Pressesprecher. Von einer Panne könne keine Rede sein, denn die Aufgaben an sich seien lösbar gewesen und Schüler nicht etwa mit einem - wie bereits geschehen - „Oktaeder des Grauens” konfrontiert worden. Möglichen Klagen gegen den Nachschreibetermin räumt das Ministerium keinerlei Erfolgsaussichten ein.

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