Kommt „Kameradschaft Aachener Land” auf den Index?

Von: Michael Klarmann
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BpjM) prüft derzeit einen Indizierungsantrag gegen die Homepage der Neonazi-Gruppierung „Kameradschaft Aachener Land” (KAL).

Dies bestätigte die Behörde auf Anfrage unserer Zeitung. Sollte die Homepage der im Raum Aachen, Düren und Heinsberg aktiven Neonazis indiziert werden, wäre sie als jugendgefährdend eingestuft. Der Indizierungsantrag wurde schon am 7. Februar gestellt.

Berechtigt, solche Anträge zu stellen, sind Behörden, die Polizei oder Schulen. Sollte die BpjM in dem laufende Verfahren zu dem Schluss kommen, dass die auf einem Server im Ausland gehostete Website der Neonazis eine Gefahr für Kinder und Jugendliche darstellt, wird sie beispielsweise in Internet-Suchmaschinen nicht mehr verzeichnet.

Nicht das einzige Verfahren

Aufrufen können Surfer die Seite dann nur noch, wenn sie den direkten Link kennen. In den vergangenen Wochen war die BpjM schon gegen Neonazi-Websites aus Berlin und NRW vorgegangen.

Das Verfahren bei der BpjM ist nicht das einzige gegen die KAL wegen des Online-Auftritts. So hatten am Morgen des 23. Februar mehrere Hausdurchsuchungen bei den „Kameraden” stattgefunden. Diese fand im Rahmen eines bei der Staatsanwaltschaft Aachen geführten Ermittlungsverfahrens gegen mehrere Beschuldigte statt. Über den Hintergrund der Verfahren wollte die Behörde aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben machen.

Strafbare „Gratulation”

Die KAL hatte seinerzeit auf ihrer Homepage angedeutet, die Strafverfahren stünden im Zusammenhang mit ihren Online-Aktivitäten. Nach Recherchen unserer Zeitung hatten die Neonazis etwa am 20. April 2010 in strafbarer Weise Adolf Hitler zu dessen „Geburtstag” gratuliert. Im September 2010 hatte die KAL einen ihr unliebsamen Polizisten per virtuellen Steckbrief zur Fahndung ausgeschrieben. Zudem waren Propagandatexte aus der Zeit des Nationalsozialismus online gestellt worden.

Surfer, die über Behördenserver auf die Homepage der Neonazis zugreifen wollten, waren überdies zeitweise mit einer speziellen Einblendung und als Vertreter einer „Judenrepublik” begrüßt worden. Als „Judenrepublik” hatten die Nationalsozialisten in den 1920er und Anfang der 1930er Jahre die Weimarer Republik und die Demokratie bezeichnet.
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