Bonn - Kommission untersucht Missbrauch an Jesuitenschule

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Kommission untersucht Missbrauch an Jesuitenschule

Von: dpa
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Bonn. Am Bonner Aloisiuskolleg hat eine Kommission mit der Untersuchung der Missbrauchsvorwürfe gegen Mitarbeiter der von den Jesuiten geführten Schule begonnen.

Bislang hätten sich 35 ehemalige Schülerinnen und Schüler gemeldet und über sexuellen Missbrauch und Misshandlungen durch Patres und andere Mitarbeiter berichtet, teilte die Leiterin der Kommission, Julia Zinsmeister, am Donnerstag mit.

Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt nach Angaben der Kölner Rechtsprofessorin gegen zwei Mitarbeiter der Schule. Dabei handelt es sich nicht nur um ehemalige Lehrer. Einer der Beschuldigten sei im Juli von der Leitung des Kollegs freigestellt worden, heißt es in ihrer Mitteilung. Zinsmeister geht davon aus, dass sich viele betroffene Schüler bislang nicht gemeldet haben. Die Juristin rief Betroffene auf, sich bei der Kommission zu melden.

Die Untersuchungskommission werde auch die Verantwortung der Leitungen des Kollegs und des Jesuitenordens sowie die Rolle der staatlichen Aufsichtsbehörden prüfen, sagte Zinsmeister. „Uns interessiert nicht allein die strafrechtliche Schuld der Einzelnen.” Die Kommission wolle herausfinden, warum Patres ihre Stellung als Autoritäts- und Vertrauenspersonen missbrauchen konnten, um Kinder „zu demütigen, zu misshandeln und sich sexuell gefügig zu machen”. Ihren Abschlussbericht will die vom Orden eingesetzte unabhängige Kommission zum Jahresende vorlegen.

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