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Kommentiert: Sagen, was ist

Von: Bernd Büttgens
Letzte Aktualisierung:

Der Elferrat des Aachener Karnevalsverein sagt seine traditionsreiche Straßenkarnevalssitzung ab. Punkt. Mit diesem Schritt bestätigt er die These, dass er sich von seinen Ursprüngen, von seinen Wurzeln immer weiter entfernt. Er schadet mit diesem Schritt den örtlichen Fastelovvendsjecken, die sich auf diese Sitzung gefreut haben.

Er stößt tausende AZ-Leserinnen und -Lesern vor den Kopf, die sich mit dem Karneval aus Aachen identifizieren und mit Begeisterung an unserem Leserspiel teilgenommen haben. Er schadet den Auftretenden, und dort - vorneweg - dem amtierenden Prinzen Dirk Trampen und seiner Prinzengarde.

Nun könnte man entgegnen, dass ein gestohlener Auftritt nach dem beherzten Schnitt bei der Fernsehsitzung, dem Prinz und Garde zum Opfer fielen, keine neue Erfahrung für den Narrenherrscher ist. Aber darf man so zynisch sein? Vor allem aber schadet der AKV seinem eigenen Ansehen in Stadt und Region.

Die Identität des TV-Karnevals aus Aachen war immer durch die Mischung aus Öcher Tönen von Öcher Akteuren einerseits und einem gut gemachten, bundesweit geachteten, weil prominent besetzten Programm auf der anderen Seite geprägt. Der AKV setzt nicht mehr auf die Aachen-Karte, die Identität ist bei der jetzt gezeigten Sitzung verschwunden.

Das darf man schreiben, das ist nicht tendenziös, nicht bewusst destruktiv oder verzerrend - dieses Urteil folgt einem simplen, aber wahren journalistischen Grundsatz: sagen, was ist. Die Kritik, die etwa in dieser Zeitung geäußert wurde, spiegelt sich auch in den Reaktionen unserer Leserinnen und Leser. Ihre Briefe und Interneteinträge beziehen sich auf die TV-Ausstrahlung - die Reaktionen sind ehrlich, eher konstruktiv als hämisch, nachdenklich, vor allem enttäuscht..

Viele Freunde des Aachener Karnevals fürchten um die eben beschriebene Identität. Karneval ist immer und überall lokal verankert. Wer diese Note ignoriert, macht das Produkt beliebig. Es gibt fünf große überregionale Marken in Aachen: das Reitturnier, die Alemannia, die RWTH, den Karlspreis und den AKV. Die vier erst genannten eint, dass sie nicht nur nach außen strahlen, sondern sich eines großen Rückhalts in der Region erfreuen dürfen. Darauf sind die Menschen stolz. Der AKV ist auf einem gefährlichen Weg. Ihm droht dieser Rückhalt verloren zu gehen. Das ist schade.
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