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Kokain aus Paris und Drogen aus der Region

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
30. Oktober  2012Gericht Just
Über ein Jahr hat die 4. Große Strafkammer am Aachener Landgericht ein Drogenverfahren verhandelt, das bei weitem die üblichen Grenzen der an Drogenvergehen gewöhnten Aachener Grenzregion sprengte. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Über ein Jahr hat die 4. Große Strafkammer am Aachener Landgericht ein Drogenverfahren verhandelt, das bei Weitem die üblichen Grenzen der an Drogenvergehen gewöhnten Aachener Grenzregion sprengte.

Die Kammer (Vorsitz Richter Wolfgang Diewald) verurteilte am Dienstag nun sechs Angeklagte im Alter zwischen 40 und 68 Jahren wegen bandenmäßigem Herstellens von und Handelns mit Drogen zu hohen Freiheitsstrafen.

Die Täter, drei Niederländer und drei Deutsche, waren bei den verschiedensten Delikten aus der einschlägigen Drogenkriminalität teils im Jahr 2010 und Anfang 2011 erwischt und verhaftet worden. Sie wurden von der Kammer zu drei bis zwölf Jahren Haft verurteilt. Die drei Haupttäter kassierten zweistellige Strafhöhen, es waren zwölf, elf und zehn Jahre Gefängnis. Die Bande hatte zwischen 2009 und 2011 im Ruhrgebiet und im Sauerland professionelle Drogenlabore betrieben, eines befand sich versteckt in einer Bochumer Autowerkstatt.

In ihnen stellte man insgesamt rund 200 Kilogramm eines zur endgültigen Tablettenherstellung vom Amphetaminen und Ecstasy benutzten öligen Grundstoffes, der sogenannten Amphetaminbase, her. Die Endproduktion lag dann jenseits der Grenze in Südlimburg, teilweise auch in der Region bei Hasselt. Dazu kamen Kokaindeals mit einer Kolumbianer-Connection aus Paris.

Von dort brachten sie in einem präparierten Peugeot-Pkw als erste Fuhre neun Kilo Kokain nach Deutschland, der Deal wurde verraten. Teile der Bande betrieben Marihuana-Plantagen, Ernteertrag rund 40 Kilogramm Haschisch. Auch wurde ergebnislos versucht, große Mengen von Amphetamingrundstoffen über Antwerpen aus China einzuführen. Auch das flog auf.
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