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Kölsche Klüngel: Sparkasse übergibt mehr Unterlagen an Staatsanwalt

Von: dpa
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Köln. In der Affäre um dubiose Beraterverträge hat die Sparkasse Köln-Bonn am Freitag weitere Unterlagen an die Staatsanwaltschaft übergeben.

Dabei gehe es um Vorgänge aus dem Jahr 2000, die den damaligen Sparkassenchef Gustav Adolf Schröder und den CDU-Politiker Rolf Bietmann betreffen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Artur Grzesiek, am Freitag in Köln.

Der Verwaltungsrat unter seinem damaligen Vorsitzenden Bietmann habe eine Nebentätigkeit Schröders genehmigt. Schröder bestritt dies. Er sei während seiner Tätigkeit als Vorstandschef „zu keinem Zeitpunkt einer Nebentätigkeit nachgegangen”, teilte er mit.

Grzesiek sagte dagegen nach einer Sondersitzung des Verwaltungsrats: „Wir gehen davon aus, dass die Staatsanwaltschaft dazu ihre Ermittlungen aufnehmen beziehungsweise erweiteren wird.”

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat bereits vor wenigen Tagen aufgrund von Anzeigen gegen Bietmann und Schröder Ermittlungen eingeleitet.

Bietmann (54) soll von der Sparkasse Köln-Bonn 900.000 Euro als Berater erhalten haben. An der Art dieser Tätigkeit waren Zweifel aufgekommen.

Der Rechtsanwalt bestreitet die Vorwürfe, zog aber auf Druck der CDU-Spitze seine Bundestagskandidatur zurück.

Kurz darauf trat der CDU-Bürgermeister Josef Müller von seinen Ämtern zurück. Er hatte einen Beratervertrag mit einer Tochtergesellschaft der Düsseldorfer Sparkasse geschlossen - angeblich ohne zu wissen, dass die Sparkasse Köln-Bonn den Düsseldorfern sein Honorar von etwa 300.000 Euro erstattete.

Die Hintergründe dieses Dreiecksgeschäfts sind noch unklar.

„Wir wollen dieses Geld zurück haben”, betonte Grzesiek. Es werde geprüft, ob ein Anspruch gegen Müller oder die Düsseldorfer Beteiligungsgesellschaft bestehe.

Möglicherweise seien die Vorwürfe aber verjährt. Dies hänge davon ab, zu welchem Zeitpunkt Müllers Vertrag juristisch betrachtet endete.

Die Revision der Sparkasse Köln-Bonn sei dabei, weitere zweifelhafte Verträge zu prüfen. Es seien aber keine Verträge darunter, die noch andere aktive Politiker beträfen, sagte der Verwaltungsratsvorsitzende Martin Börschel.

Grzesiek erklärte, die Sparkasse plane eine offizielle Entschuldigung bei allen Kunden, Mitarbeitern und den Bürgern der Stadt. „Wir werden dafür sorgen, dass man nach einiger Zeit sagen kann: Dieses Thema ist abgeschlossen.”

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