Köln - Koelnmesse in akuter Finanznot: Stadt springt ein

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Koelnmesse in akuter Finanznot: Stadt springt ein

Von: dpa
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Köln. Die Kölner Messegesellschaft steckt in akuter Finanznot. „Es ist richtig, dass die Koelnmesse - insbesondere durch das turnusmäßig schwächere Messejahr 2010 und infolge der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung - besonderen Finanzbedarf hat”, teilten die Koelnmesse und die Stadt am Dienstagabend in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Die Stadt will deshalb mit einem kurzfristigen Kredit in die Bresche springen. Von drohender Zahlungsunfähigkeit, wie es in einem WDR-Bericht hieß, könne keine Rede sein.

Die Stadt werde ein sogenanntes Cash-Pooling vornehmen. Das ist ein interner Liquiditätsausgleich, bei dem die Stadt ihren Tochtergesellschaften kurzfristig überschüssiges Geld entziehen und fehlende Beträge durch Kredite ausgleichen kann. Bei der Koelnmesse gehe es um einen einstelligen Millionenbetrag, erläuterte der Referent des Stadtkämmerers, Martin Murrack.

Für das Jahr 2009 werde ein Verlust von 19 Millionen Euro erwartet, sagte Messechef Gerald Böse. Eigentlich sollte der Fehlbetrag wie im Vorjahr bei etwa 11 Millionen Euro liegen.

Die Messegesellschaft steht finanziell schon seit langem wegen hoher Mietzahlungen für Messehallen unter Druck. Die Europäische Gerichtshof hatte Ende 2009 festgestellt, dass die Stadt mit dem komplizierten Mietvertrag für die neuen Hallen gegen europäisches Recht verstoßen hat.

Die Stadt hatte die Hallen 2004 in einem umstrittenen Dreiecksgeschäft für einen Zeitraum von 30 Jahren für 600 Millionen Euro vom Investor Oppenheim-Esch gemietet und sie dann an die Messegesellschaft weitervermietet. Die Messe muss dafür jährlich 27 Millionen Euro Miete zahlen. Nach Auffassung des EuGH hätte der Bau der Hallen aber europaweit ausgeschrieben werden müssen. Als Folge des Urteils verhandelt die Stadt derzeit mit dem Oppenheim-Esch-Fonds über einen Kauf der Hallen. „Wenn man sich darauf einigte, würde uns das sicherlich Luft verschaffen”, sagte Messesprecher Guido Gudat.

Messechef Böse hatte bereits angekündigt, dass das Ziel, ab 2012 schwarze Zahlen zu schreiben, wegen der Wirtschaftskrise schwerer als gedacht zu erreichen sein werde. Von 2012 an müsste aber die Stadt selbst für die Mietzahlungen aufkommen.

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