Köln - Kölner Jura-Professor verpackt Paragrafen in Rap-Form

Kölner Jura-Professor verpackt Paragrafen in Rap-Form

Von: Lucy Breucha, dpa
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Köln. Jura gilt nicht gerade als das unterhaltsamste Studienfach. Anders in Köln. In der Frohsinnskapitale am Rhein verpackt ein Professor die Paragrafen in Raptexte.

„823 ist ein leichter Paragraf, ich kenne die Voraussetzungen alle schon im Schlaf”, dichtet Klaus Peter Berger im Hörsaal.

„Jura-Professor rappt für seine Studenten”, titelte am Dienstag der Kölner „Express”. Die Idee dazu stammt aus Bergers Studienzeit in New York. Da kam er mal zufällig an einem Vorlesungssaal vorbei, in dem ein Dozent seine Vorlesungen per Videokonferenz in Rapform abhielt.

„Wichtig ist mir die Message”, sagt Berger: Singen statt büffeln. Er möchte den Studierenden in der Veranstaltung „Lerntechniken für Juristen” beibringen, wie man Paragrafen kreativer lernen kann. Seine Schützlinge sind von der Idee begeistert - so sehr, dass der „823-Rap” schon bald von Niklas Remmen, einem Musikstudenten der Uni Köln, vertont wurde.

An diesem Mittwoch wird der Rap auch noch als Video uraufgeführt. Zwei Mitarbeiter der Uni Köln, Daniel Behrends und Peter Butterly, haben es zusammen mit ihren Studenten produziert. Allerdings haben nur die Teilnehmer von Bergers Vorlesung „Sachenrecht” das Vergnügen, die Premiere live zu erleben. Wer gerne einmal im Takt mitnicken möchte, soll das Video samt Text ab Mittwoch auch im Internet finden (http://www.central.uni-koeln.de - unter Punkt „Aktuelles”).

Was sagen die Kollegen zu einer solch unkonventionellen Lehrmethode? „Sie teilen mein Anliegen, neue Möglichkeiten des Lernens zu vermitteln”, meint der Jurist. Wer etwas anders darüber denkt, wird es vermutlich auch nicht gleich sagen... Der „823-Rap” ist übrigens bislang Bergers einziger. Aber das soll nicht so bleiben: Er könnte sich vorstellen, bald einmal den Paragrafen 929 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) in Strophenform umzutexten. Da geht es um Sachenrecht, das passt zu seiner Vorlesungsreihe.

Der rappende Professor hat nicht vor, nun gleich auf Tournee zu gehen. „Wichtig ist, dass andere Unis die Ideen aufnehmen”, erklärt er. Jura müsse nicht langweilig sein. Aber als „singender Professor” möchte der 47-jährige dann auch nicht gleich gelten. Apropos singen: Privat hört Klaus Peter Berger eigentlich gar keinen Rap, sondern lieber Jazz und Soul.
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