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Kölner Domwache: Ordnungshüter mit kugelsicherer Weste und Pfefferspray

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Wachsam: Domstreife Michael Steinebach. Foto: dpa

Köln. „Guten Tag.” Der kurze Gruß reicht aus, um eine Gruppe Jugendlicher hochschrecken zu lassen. Hinter ihnen steht ein Mann in einer schwarzen Jacke, Aufschrift „Domstreife”. „Das da vorn hebt ihr aber wieder auf, ja?”

Die 13- bis 15-Jährigen blicken schuldbewusst auf das Papier, das sie auf eine der Treppen zum Kölner Dom geworfen haben. „Hätten wir doch sowieso gemacht...”

Eine Viertelstunde später sind die Jugendlichen weg - und die Treppe ist sauber.

Michael Steinebach (23) nickt zufrieden. Das sind seine kleinen Erfolgserlebnisse. Seit 2006 ist der Beamte vom Ordnungsamt bei der Domstreife.

Keine noch so kleine Verfehlung bleibt unbemerkt: Ein Hund ohne Leine, ein Reklamezettel-Verteiler ohne Genehmigung, ein Straßenkünstler ohne vorgeschriebenen Abstand zum Dom.

Hier eine Ermahnung, dort ein Machtwörtchen. Und alle parieren. Liegt das an der Uniform? Unter anderem. Aber Steinebach kann eben auch selbstbewusst auftreten.

Seit langem prangert die Lokalpresse Graffiti, Taubendreck und Müll im direkten Domumfeld an. Als Reaktion darauf entstand 2006 ein Ordnungsdienst mit 18 Mitarbeitern - die Domstreife.

Steinebach ist von Anfang an dabei. Grundlage seiner Arbeit ist die „Kölner Straßenordnung”. Ausgedruckt sind das zwölf Seiten, und Steinebach kann sie im Schlaf hersagen: Jeder Hund ist anzuleinen. Taubenfüttern ist verboten. Spucken wird bestraft. Eine Zigarette wegzuwerfen kostet 25 Euro.

Was im internationalen Vergleich nicht viel ist, wie Steinebach in Gesprächen mit ausländischen Touristen festgestellt hat. In Holland ist es doppelt so teuer, in den USA bezahlt man ein Vielfaches.

An Weiberfastnacht geht Steinebach nur mit kugelsicherer Weste zur Arbeit. Zu den Karnevalstagen wird seine Tätigkeit dadurch erschwert, dass Teile der Straßenordnung inoffiziell außer Kraft gesetzt sind.

Vieles, was sonst strafbar wäre, gilt plötzlich als Brauchtum. Für alle Fälle hat er ein Reizstoffsprühgerät in seiner Brusttasche. „Ein extremes Pfefferspray. Da braucht man einen kleinen Waffenschein für.”

Zu Beginn seiner Tätigkeit bei der Domstreife hat Steinebach mal in Köln gewohnt. „Der Dom ist mein Arbeitsplatz, deshalb kann ich in seiner Umgebung sehr, sehr schlecht abschalten.”

Also sei er wieder weggezogen. In der richtigen Entfernung zum Dom kann er durchaus Privatmann sein, sagt er. Was nun auch wieder nicht heißt, dass er dort ein völlig anderer Mensch ist.

„In meiner Wohnung steht alles an seinem Platz. Ich habe nun mal ein gewisses Ordnungsempfinden.”
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