Köln - Köln erteilt Laufenberg Bühnenverbot an der Oper

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Köln erteilt Laufenberg Bühnenverbot an der Oper

Von: dapd
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Köln. Der fristlos entlassene Kölner Opernintendant Uwe Eric Laufenberg darf nicht mehr im einst eigenen Haus auftreten.

Laufenberg werde „auf gar keinen Fall” den Professor Higgins in „My Fair Lady” singen, sagte Gregor Timmer, Sprecher der Stadt Köln, am Freitag auf dapd-Anfrage. Für die Rolle werde eine andere Besetzung gesucht. Laufenberg hatte Medien gesagt, er werde weiterhin wie geplant für die Rolle des Professors in der kommenden Spielzeit zur Verfügung stehen.

Dem Opernintendanten war am Donnerstag von der Stadt Köln fristlos gekündigt worden. Der Hauptausschuss des Rates hatte bei einer Sitzung über Personalangelegenheiten mehrheitlich für die Entlassung gestimmt. Die gesetzte Frist zur Annahme des Angebots für eine vorzeitige Auflösung des bis 2016 laufenden Vertrags von Laufenberg sei zuvor „ohne entsprechende rechtlich verbindliche Erklärungen des Opernintendanten verstrichen”, teilte die Stadt mit.

Mit der Entlassung endet ein monatelanger Streit zwischen der Stadtspitze und dem Opernintendanten. Sogar ein Schlichter war eingesetzt. Laufenberg, der einen zu geringen Etat kritisierte, hatte mit der Absage der kompletten Spielsaison gedroht und seinen vorzeitigen Abschied nach der Spielzeit angeboten. Kritiker halten ihm vor, dass er seinen Etat überzogen habe.

Prominente stärkten dem Opernintendanten dagegen den Rücken. Laufenberg habe die „Oper auf ein ganz hohes, international anerkanntes Niveau gebracht”, schrieb die Literaturkritikerin Elke Heidenreich in einem Gastbeitrag für eine Zeitung. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Winrich Granitzka, distanzierte sich von der Entscheidung des Rates. „Dies ist ein schwarzer Tag für die Kölner Kultur”, sagte er. „Wir haben Uwe Eric Laufenberg nicht nach Köln geholt, weil ihm großes diplomatisches Geschick nachgesagt wurde, sondern weil er unsere Oper in die erste Liga katapultieren sollte.”

Der kulturpolitische Sprecher der Kölner FDP-Fraktion, Ulrich Wackerhagen, bezeichnete die Kündigung als verantwortungslos. „Der dadurch eintretende Schaden ist für die Kulturstadt Köln unabsehbar”, sagte er. Erneut habe sich gezeigt, dass die handelnden Personen aus Politik und Verwaltung konfliktunfähig seien und ihre Macht und Reputation über die Interessen der Stadt und ihrer Bürger stellten.

Wie es mit der Kölner Oper weitergeht, dazu will sich das Haus eigenen Angaben zufolge frühestens am Montag äußern. Zwischen der Stadt und dem ehemaligen Opernintendanten droht derweil ein Rechtsstreit.
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