Aachen - Klinikum sucht Nähe zur RWTH

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Klinikum sucht Nähe zur RWTH

Von: Axel Borrenkott
Letzte Aktualisierung:
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Der neue Name: Uniklinik RWTH Aachen.

Aachen. Das „Universitätsklinikum Aachen“ heißt ab sofort „Uniklinik RWTH Aachen“. Was nach außen wie ein schlichter Schilderwechsel aussieht, hat es in sich. Mit neuem Logo, Internet-Auftritt und neuem Leitbild demonstriert das Klinikum den „Schulterschluss“ mit der Hochschule.

Die jetzige Leitung zieht damit einen deutlichen Schlussstrich unter die Absetzbewegungen ihrer Vorgängerin von der RWTH im vergangenen Jahrzehnt. Aufgelöst wurde auch eine übergreifende Pflegestation. Die Installierung dieser „Standard-Care“ hatte jahrelang für Unfrieden zwischen Vorstand und Mitarbeitern gesorgt.

„Wir haben nicht nur ein neues Logo, sondern ein komplettes Selbstverständnis entwickelt, das wir jetzt gemeinsam nach innen und außen vertreten wollen. Eine Marke, die weiß, wo sie herkommt und hinwill, wird ihren Weg gehen.“ Fast weihevoll formuliert Thomas Ittel, seit 2011 Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender, dass das Klinikum „ganz bewusst auf den Schulterschluss mit der RWTH“ setzt und der neue Ansatz „nicht auf die Unterschiede, sondern auf die Gemeinsamkeit von Uniklinik und Universität“ setzt.

Diese Gemeinsamkeit hatte immer wieder einmal auffällig gelitten, nachdem das Klinikum 2001 zum wirtschaftlich selbstständigen Unternehmen geworden war und mit der Medizinischen Fakultät nur über spezielle Verträge verbunden wurde. Die Fakultät fühlte sich mehrfach von der damaligen Klinikumsleitung düpiert und sah auch die Bedeutung der Forschung herabgesetzt. Nicht zuletzt spielten persönliche Animositäten eine nicht unwesentliche Rolle.

Kontroversen gab es unter anderem um die Pläne der Leitung für ein Europäisches Großklinikum – und öffentlichen Streit, bis hin zum Rücktritt eines Dekans, um die gegen den Willen fast des ganzen Hauses durchgedrückte sogenannte Modularisierung.

„Ein untaugliches Konzept“, das der Vorstand „ignorant und respektlos“ über die Bedenken der Fakultät hinweg durchsetze, sagten die Klinikdirektoren damals. „Ein notwendiges Konzept wird mit allen Mitteln madig gemacht“, antwortete ihnen der damalige Ärztliche Direktor Henning Saß, öffentlich. Der am meisten umstrittene Teil, die übergreifende Pflegestation „Standard Care“, war Ende Februar per Rundmail für aufgelöst erklärt worden.

Auch offiziell versorgen jetzt wieder die Fachkliniken ihre Patienten eigenverantwortlich. „Damit wird das Konzept des sogenannten Modularen Großkrankenhauses, das das Uniklinikum sicher mehrere Millionen Euro und eine ganze Generation von Klinik- und Institutsdirektoren Zeit, Energie und Lust an der Arbeit für Patienten und Wissenschaft gekostet hat, still zu Grabe getragen“, sagt ein Kundiger und ehedem schwer Leidender über dieses „beschämende und ärgerliche Kapitel des Klinikums und der Medizinischen Fakultät“.

„Universitäre Spitzenmedizin mit menschlichem Gesicht“ – für den einen oder anderen Patienten möglicherweise eine ganz neue Erfahrung – will das Klinikum mit seinen rund 6000 Mitarbeitern nun auf ganzer Breite bieten und mit der „RWTH University Innovationen von überregionaler Bedeutung“ schaffen. „Maßstab unseres Handelns sind menschliche Zuwendung, Wertschätzung und Verbindlichkeit.“ So steht es im neuen Leitbild, das sich ausdrücklich auf die „neue Marke“ beruft. Was ganz im Sinne der seit Jahren verfolgten Markenpolitik des Rektorats der RWTH ist, das auch ein wesentlich besseres Verhältnis zur jetzigen Klinikumsleitung hat.

Mit der Verkürzung des Namens folge man übrigens, so Uniklinik-Sprecher Mathias Brandstätter, eigentlich dem „sprachlichen Trampelpfad“: Patienten, Studenten, Bürger würden ohnehin nicht „Universitätsklinikum“ sagen, und im Netz werde auch viel eher nach „Uniklinik“ gesucht.

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