Limburg/Parkstad - Kinderporno-Fall Limburg: Erste Opfer melden sich

Kinderporno-Fall Limburg: Erste Opfer melden sich

Von: Felix Lennertz
Letzte Aktualisierung:

Limburg/Parkstad. Ein 41 Jahre alter Berufsfotograf aus Schinnen bei Heerlen ist am Dienstag festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, Kinderpornos hergestellt, verkauft und getauscht zu haben.

Der Mann habe „minderjährige Mädchen in unsittlicher Pose” abgelichtet, sagte Cindy Reijnders, Sprecherin der Maastrichter Staatsanwaltschaft, am Mittwoch. Nach Angaben der limburgischen Polizei vom Dienstag ist das jüngste Opfer 13 Jahre alt.

Zwei seiner mutmaßlichen Opfer hatten sich in den vergangenen Wochen an die Polizei gewandt. Diese veranlasste mehrere Hausdurchsuchungen, unter anderem in Schinnen, in Landgraaf und in Heerlen. Im Zuge der Ermittlungen wurde auch der Assistent des Fotografen, ein 23-jähriger Mann aus Landgraaf, festgenommen.

Der Mann und sein Assistent sollen Dutzende Mädchen fotografiert haben - um die Bilder dann auf einer eigenen Website im Internet zum Verkauf anzubieten und bei einschlägigen Tauschbörsen zu tauschen. Die Zielgruppe: Die Kinderpornoszene.

Bei einer weiteren Untersuchung in Amsterdam schlugen die Fahnder dann bei zwei Internetprovidern zu. Dort beschlagnahmten sie große Mengen kinderpornografischen Materials. „Wir sind froh, dass in einem ersten Schritt erreicht worden ist, dass die Seiten des Mannes vom Netz genommen werden” sagte Reijnders.

Im Lauf der Ermittlungen sind den ermittelnden Behörden bislang die Namen einiger Dutzend Mädchen bekannt geworden, allesamt aus Südlimburg und der Region. Wegen der außerordentlich großen Menge der beschlagnahmten digitalen Daten könne der Vorgang allerdings Monate in Anspruch nehmen.

Pikant: Der Mann ist wohl kein Unbekannter

Pikantes Detail: Wie niederländische Medien am Mittwoch unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen berichten, sei der Fotograf in der Vergangenheit schon einmal einschlägig aufgefallen. Diese Angaben wollte die Staatsanwaltschaft allerdings auf Nachfrage nicht kommentieren.

Die Polizei in Limburg bittet nun um Mithilfe. Es sei möglich, dass sich der Mann auch an weiteren Mädchen vergangen habe. Ein erster Aufruf am Dienstag hatte bereits zu vier Anrufen betroffener Mädchen geführt. Einen besonderen Appell richten die Ermittler vor allem an Eltern. „Da viele Opfer sich in solchen Fällen schämen, etwas zu sagen oder mit der ganzen Wahrheit herauszurücken”, sei das wachsame Augen der Eltern gefordert. Wer einen Verdacht habe, möge sich bitte bei der Polizei melden.

Hüben wie drüben

Nicht auszuschließen sei vor allem auch, dass die beschuldigten Männer wegen der Nähe zur deutschen Grenze auch in der Aachener Region ihre Opfer gefunden haben, unterstrich Reijnders.

Opfer werden dringend gebeten, sich an die Polizei zu wenden, in Deutschland an die Kriminalpolizei/Sitte in Aachen, Telefon 0241/9577-31201, in den Niederlanden an die Polizei unter 0031/900-8844.
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