Düsseldorf - Keine weiteren Schweinegrippe-Fälle in NRW

Keine weiteren Schweinegrippe-Fälle in NRW

Von: dpa
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Kita Düsseldorf/Tor
Eine Mitarbeiterin der Kita an der Fuldaer Straße in Düsseldorf schließt am Donnerstag (21.05.2009) das Haupttor zu der städtischen Tageseinrichtung ab. In NRW sind drei Fälle von Schweinegrippe aufgetreten: Ein Düsseldorfer Ehepaar und eines seiner beiden Töchter seien mit dem neuen Virus A/H1N1 infiziert, sagte am Donnerstag ein Sprecher der Stadt Düsseldorf. Das Düsseldorfer Gesundheitsamt untersucht die Kontaktpersonen der Familien, darunter 34 Kinder und sechs Mitarbeiter einer Düsseldorfer Kita. Die Kita bleibe bis zum 2. Juni vorsichtshalber geschlossen. Foto: dpa

Düsseldorf. Erstmals ist in Deutschland ein Kind an Schweinegrippe erkrankt. Eine Sechsjährige aus Düsseldorf sei mit dem neuartigen Virus infiziert, ebenso seine Eltern, sagte ein Sprecher der Stadt. Eine weitere vierjährige Tochter des Paares sei gesund.

Zunächst war die Krankheit bei der 43 Jahre alten Mutter, am Donnerstag auch bei dem 40 Jahre alten Vater und dem Mädchen festgestellt worden. In Deutschland stieg die Zahl registrierter Fälle damit auf 17.

Das Robert-Koch-Institut hat davor gewarnt, die Schweinegrippe zu verharmlosen. Die Gefahr sei noch nicht vorüber, sagte Präsident Jörg Hacker am Freitag im Radiosender MDR Info. Zwar gebe es wenige bestätigte Fälle in Deutschland, doch müsse die Entwicklung global betrachtet werden. Neben den 3 neuen Fällen in Nordrhein-Westfalen wurden nach RKI-Angaben Infektionen in Bayern (7), Sachsen-Anhalt (4), Brandenburg (2) und Hamburg (1) registriert.

Die US-Regierung kündigte am Freitag an, eine Milliarde Dollar (rund 715 Millionen Euro) zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen die Schweinegrippe ausgeben zu wollen. Wie Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius mitteilte, soll das Geld für klinische Studien und für die Produktion von zwei potenziellen Impfstoff-Bestandteilen verwendet werden.

Die infizierte Düsseldorferin war mit ihrem Mann am 15. Mai aus New York zurückgekommen, wie es hieß. Den drei Patienten gehe es gut, sagte der Direktor der Uni-Klinik für Infektiologie, Prof. Dieter Häussinger. „Wir sind froh, dass sie aus den gröbsten Fieberschüben raus sind.” Die Kita der Kinder bleibt vorsichtshalber bis zum 2. Juni geschlossen. Die Räumlichkeiten wurden desinfiziert.

Am Freitag wurde auch der erste Schweinegrippe-Fall aus Russland bestätigt. Die oberste Gesundheitsbehörde meldete laut Agentur Interfax einen 28-Jährigen, der das Virus A/H1N1 von New York nach Moskau gebracht habe. In Spanien wurden rund 60 Soldaten einer Militärakademie nahe Madrid unter Quarantäne gestellt, weil sie sich vermutlich mit der Schweinegrippe angesteckt haben. Sechs von ihnen seien in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte das Verteidigungsministerium mit. In Italien wurden zwei Gymnasien geschlossen, nachdem vier Schüler sich bei einer USA-Reise mit der Schweinegrippe infiziert hatten.

In Mexiko-Stadt wurde - rund einen Monat nach den ersten Meldungen über eine mysteriöse Grippewelle im Land - der Gesundheitsalarm wieder aufgehoben. Das habe ein Expertengremium aus Wissenschaftlern geraten, sagte Bürgermeister Marcelo Ebrard. Auch das Auswärtige Amt rät wegen der Schweinegrippe nicht mehr ausdrücklich vom Besuch Mexikos ab.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldete am Freitagmorgen 11.168 registrierte Infektionen in 42 Ländern. 86 Menschen starben demnach bisher an der Schweinegrippe. Die Fälle in Europa verliefen bisher eher milde, Todesopfer gab es nicht.

Nach den jüngsten Entwicklungen bei der Schweinegrippe will die WHO ihren Pandemie-Alarmplan überprüfen. „Wir denken über eine Anpassung der Kriterien nach, welche Art von Gradmessern (für die Alarmstufen) benötigt werden”, sagte der Generaldirektor für Gesundheitssicherheit und Umwelt, Keiji Fukuda, am Freitag. Ein neues Kriterium könnte etwa sein, welche Auswirkungen eine Änderung der Alarmstufe auf die Bevölkerung haben kann.

Gegenwärtig hält die WHO an der vorletzten Stufe 5 fest. Für die Höchststufe 6 gilt, dass das Virus außer auf dem amerikanischen Kontinent auch in einer anderen Region der Welt von Mensch zu Mensch übertragen wird. Das ist nach Ansicht der Gesundheitsorganisation derzeit nicht der Fall, jedoch gibt es Stimmen, die das anders sehen.

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