Aachen - Kaufhaus-Schießerei: Anklage wegen versuchten Totschlags

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Kaufhaus-Schießerei: Anklage wegen versuchten Totschlags

Von: Heiner Hautermans
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Aachen. Es ist schnell gegangen: Gut zwei Monate nach einer spektakulären Schießerei in einem Kaufhaus an der Komphausbadstraße hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Schützen, einen 41-jährigen Aachener, wegen versuchten Totschlags erhoben.

Ihm droht damit eine Freiheitsstrafe bis zu 15 Jahren. Der Mann hatte sich am Tag nach dem aufsehenerregenden Geschehen der Polizei gestellt und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Der Angeklagte hatte am Abend des 2. Dezember, einem Donnerstag, gegen 18.30 Uhr Streit mit einem 36-Jährigen bekommen, zunächst in einem Restaurant neben dem Kaufhaus. Die Auseinandersetzung verlagerte sich nach draußen, wo der 41-Jährige eine Pistole zückte und durchlud.

Als sein Kontrahent dies sah, flüchtete er in das in der Vorweihnachtszeit gut besuchte Kaufhaus, wo der Angeklagte zwei Schüsse auf den 36-Jährigen abgab. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich keine Kunden oder Angestellte in der unmittelbaren Umgebung.

Staatsanwalt Dr. Jost Schützeberg: „Dabei hat er zumindest billigend in Kauf genommen, dass sein Kontrahent getötet wurde.” Der 36-Jährige blieb jedoch unverletzt und flüchtete wiederum nach draußen, verfolgt von dem Schützen. Als dieser merkte, dass ein Ladendetektiv ihn verfolgte, lud er die Waffe erneut durch und schoss in die Luft, um den Mann abzuschütteln. D

ie Aachener Polizei zog anschließend eine große Zahl von Kräften zusammen, unter anderem Spezialeinsatzkommandos, und durchsuchte zwei Wohnungen am Hansemannplatz und am Europaplatz - vergeblich.

Der 41-Jährige blieb verschwunden, bis er sich am Freitagnachmittag in Begleitung eines Rechtsanwalts im Polizeipräsidium stellte. Schützeberg: „Er lässt sich dahingehend ein, dass er dem Geschädigten nur einen Schrecken einjagen wollte.” Den Hintergrund des Streits verortet der Staatsanwalt in einem fehlgeschlagenen Drogengeschäft. Der Mann ist einige Male zu Geldstrafen verurteilt worden, allerdings nicht wegen Körperverletzungendelikten.

Formsache

Das Aachener Schwurgericht muss nun entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird, was allerdings nur eine Formsache sein dürfte. Die Hauptverhandlung wird dann in einigen Wochen stattfinden.
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