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Katholischer Schützen-Verband erhält Morddrohungen

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Köln. Nach dem Verbot schwuler Königspaare sieht sich der katholische Schützen-Verband mit Morddrohungen konfrontiert.

„Wir haben sehr scharfe Drohungen bekommen”, bestätigte der Sprecher des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften am Mittwoch Medienberichte. „Dafür wollen wir Euch hängen sehen!” habe es in einer E-Mail an den Vorstand geheißen. Zudem seien die Verbandsfunktionäre als Nazis beschimpft worden. Der Bund habe nun Strafanzeige bei der Kölner Staatsanwaltschaft gestellt.

Der nach eigenen Angaben größte traditionelle Schützen-Verband in Deutschland hatte am Sonntag in Leverkusen beschlossen, dass schwule Schützenkönige ihren Partner nicht als Mitregenten auf den Thron nehmen dürfen. Die Pläne hatten bereits im Vorhinein bei Politikern und Verbänden heftige Empörung ausgelöst.

Nach Angaben des Sprechers wird der Verband bereits seit vergangenen August, als die Diskussion über einen schwulen Schützenkönig aus Münster entflammte, bedroht. Seit der umstrittenen Entscheidung vom Sonntag habe das Ausmaß aber eine neue Eskalationsstufe erreicht. Der Verband wollte am Mittwoch bei einer Vorstandssitzung über weitere Schritte beraten.

Trotz massiver Kritik hatte der Schützen-Verband homosexuelle Königspaare in den eigenen Reihen verboten. Zwar soll es weiterhin schwule Schützenkönige geben dürfen. Ihr Partner darf bei Umzügen aber nicht vorne mit marschieren. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes prüft, ob der Beschluss gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstößt.

Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften zählt 400.000 Mitglieder und ist in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Thüringen aktiv.
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