Justizzentrum Aachen: „Alle Mühen haben sich gelohnt”

Von: Berthold Strauch
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Wasserspiele: Die sanierte Fas
Wasserspiele: Die sanierte Fassade des Altbaus (hinten) spiegelt sich in einem Regen-Überlaufbrunnen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Stefan Weismann kam aus dem Schwärmen fast nicht mehr heraus. Das seit fünf Jahren fertiggestellte neue Aachener Justizzentrum habe sich mittlerweile „sehr bewährt, ist schön, stilvoll, geschmackvoll”.

Doch der inzwischen sanierte Altbau, dessen Fertigstellung am Freitag in Anwesenheit von NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) kräftig gefeiert wurde, „ist noch viel schöner geworden”, zeigte sich der Präsident des Landgerichts Aachen überzeugt. Der vor rund 125 Jahren entstandene Komplex sei ein „sehr stimmiges Ensemble” geworden, das sehr gute Arbeitsbedingungen biete, fügte Weismann bei der Feier unter freiem Himmel im Innenhof des Altbaus hinzu.

Es sei gelungen, das Projekt „praktisch ohne Kostenüberschreitung” zu vollenden - und das, obwohl während der Sanierungsphase der Generalunternehmer insolvent geworden sei, nannte der Präsident das Ergebnis „eine Meisterleistung”. Insgesamt 13,5 Millionen Euro sind für dieses Bauwerk ausgegeben worden, während der Neubau zuvor 78 Millionen Euro gekostet hatte. Die Mitarbeiter hätten „mit stoischer Ruhe” den Lärm, den Schmutz und die Umzüge während der fast sechsjährigen Sanierungsphase ertragen, sprach ihnen Weismann dafür seine Anerkennung aus.

Minister Kutschaty sprach von einem „überaus gelungenen Abschluss” der Sanierung, deren Früchte man nun ernten könne. Damit sei der Abschluss einer „sehr langen Entwicklung erreicht, in der Aachen zu einem „in dieser Form einmaligen Justizstandort” geworden sei. Die Stadt spiele damit eine „beispiellose Vorreiterrolle” - fünf Gerichte und die Staatsanwaltschaft unter einem Dach, ein Vorbild auch für andere, so der Minister. Das Ergebnis zeige, dass sich „alle Mühen gelohnt” hätten. Das Zentrum lasse durch die Kombination von Alt- und Neubau „Geschichte und Bürgernähe der Justiz sichtbar werden”.

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp nannte das Justizzentrum „ein gutes Stück Stadtentwicklung”. Neubau und angemessener Umgang mit dem Bestand seien „ganz wichtig: Beides gehört zusammen.” Er rühmte zudem die Zusammenarbeit zwischen Justiz und Stadt als „ausgezeichnet”.

Klaus Heine, stellvertretender Leiter der Niederlassung Aachen des federführenden Bau- und Liegenschaftsbetriebs, zeigte sich zufrieden, dass ein „sechsjähriger Verschiebebahnhof in zehn Bauabschnitten ein Ende hat. Bauen im Betrieb ist ein schwieriger Akt. Das Ergebnis lässt sich zeigen.”

Heiße Rockrhythmen der Schulband der Aachener Maria-Montessori-Gesamtschule rundeten die Feier zum Abschluss der Sanierung ab. Dabei sind unter anderem 1000 neue oder überarbeitete Fenster eingebaut, 9000 Quadratmeter Bodenbeläge erneuert, 11 000 Quadratmeter Fassade gesandstrahlt und instandgesetzt worden, dazu fast fünfeinhalb Hektar Wände und Decken gestrichen worden. Zudem wurde massiv in neue Haustechnik investiert.
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