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Jürgen Roters braucht als Kölner OB langen Atem

Von: Petra Albers, dpa
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Oberbürgermeister-Wechsel in Köln
Der scheidende Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU, links) steht in Köln neben seinem Nachfolger Jürgen Roters (SPD), bevor er ihm einen symbolischen Schlüssel für das Rathaus in Köln übergeben wird. Foto: dpa

Köln. Zwar kennt er Köln inzwischen fast wie seine Westentasche - aber die Stadt zu regieren wird auch für ihn kein Kinderspiel sein: Der neue Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) hat am Dienstag von seinem Vorgänger Fritz Schramma (CDU) symbolisch die Rathausschlüssel übernommen.

Nach zehn Jahren CDU-Herrschaft soll nach dem Willen des früheren Kölner Polizeichefs Roters jetzt alles besser werden - vor allem das Ansehen der viertgrößten deutschen Stadt.

Köln sei nicht nur Klüngel und Karneval, hatte Roters unmittelbar nach der gewonnenen Kommunalwahl gesagt, bei der er auf 55 Prozent der Stimmen kam.

Er sehe es als eine seiner Hauptaufgaben, die Geltung und das Renommee Kölns deutlich zu verbessern. Die Domstadt ist gebeutelt von Affären, der Abwanderung von Kultur und Wirtschaft und zuletzt dem Einsturz des Historischen Stadtarchivs.

Das glücklose Krisenmanagement nach der Katastrophe hatte Schramma soviel Kritik eingebracht, dass er letztlich darauf verzichtete, erneut bei der Oberbürgermeister-Wahl anzutreten.

Nun muss sich der gebürtige Coesfelder Roters mit den Folgen des Archiveinsturzes beschäftigen, und das wohl noch sehr lange. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft über die Verantwortlichkeiten dauern an, juristische Auseinandersetzungen sind zu erwarten, ein neues Archiv soll gebaut werden und der umstrittene U-Bahn-Bau wird weiter für Diskussionsstoff sorgen.

Doch die Erfahrung für Problemlösungen bringt der 60-Jährige als gestandener Verwaltungsmann mit. Nach mehreren Stationen in der nordrhein-westfälischen Landesbehörden wurde er 1995 Polizeipräsident in Köln. In seinem Amt als Kölner Regierungspräsident (1999 bis 2005) galt er als themen- und sachorientiert.

Einen langen Atem braucht der Marathonläufer - persönliche Bestzeit drei Stunden, vier Minuten - auch bei anderen kulturpolitischen Themen. Die Kosten für die Sanierung der Oper zum Beispiel klettern in ungeahnte Höhen. Roters selbst findet, in der Kultur sei vieles auf „Mittelmaß” abgerutscht. Köln als strahlender Stern der Kultur - Vergangenheit. Viele junge Kreative gingen nach Berlin. Und auch die heimische Wirtschaft musste Federn lassen, als es im Sog des Regierungsumzugs viele Unternehmen, Verbände und Institutionen an die Spree zog.

Gegen all diese unschönen Entwicklungen will der Vater von drei Kindern nun ansteuern. Er spüre die Bereitschaft vieler Mitbürger sich zu engagieren, betont der Jurist. Doch eines der größten Probleme dürfte - wie so oft - das Geld sein. Denn die Stadt muss sparen. Im nächsten Haushalt klafft ein Loch von 351 Millionen Euro.
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