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Jürgen Beckers schenkt sich eine Biografie zum 50.

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
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„D‘r Jung“ als Autor: Zum 50. Geburtstag hat Jürgen Beckers sich eine Autobiografie geschenkt. Foto: Schaum

Alsdorf. Mit Spaß kennt er sich aus. Davon lebt Jürgen B. Hausmann schließlich. Doch so ein Leben ist nicht immer lustig. „Ich hab‘ schon einige Schicksalsschläge hinter mir.“ 50 Jahre ist er jetzt geworden, Zeit für die Autobiografie, Zeit für den ganzen Ernst.

„D‘r Jung wird Fuffzisch“ heißt das Buch, in dem er vieles auspackt, das bislang nie öffentlich ein Thema war. Zwar steht der Künstlername Jürgen B. Hausmann groß auf dem Cover, doch es steckt vor allem Jürgen Beckers drin.

Sicher: Der Leser findet auch viel Heiteres im Buch. Ausschnitte aus alten Programmen, einige bekannte Pointen. Überhaupt den ganzen Dialekt, den Beckers sich zum Markenzeichen gemacht hat. Er hat sich das offenbar sehr zu Herzen genommen: Schreib, wie du sprichst! Der Lehrer in ihm dürfte bei so manchem Satz im 170-seitigen „Lebenswerk“ die Nase rümpfen. Aber die Arbeit am Würselener Heilig-Geist-Gymnasium hat Beckers ja schon vor langer Zeit an den Nagel gehängt, 2009 war das. Bereut hat er das nicht.

„Die Schule war zuletzt nicht mehr meine Welt“, sagt er. Und vielleicht hat er ja nie so ganz da reingepasst, denn schon im Klassenzimmer sei er eigentlich nie anders gewesen als auf der Bühne. Immer lustig halt, kein strenger Pauker. „Es gab einige Kollegen, die das durchaus kritisch gesehen haben“, sagt er heute. Jetzt will er nämlich Klartext sprechen. Die Autobiografie sei nicht zuletzt „auch ein Geschenk an mich selbst“. Und da kann Ehrlichkeit nicht schaden. Die Misserfolge spart er konsequenterweise nicht aus.

Im Gegenteil: Dass es auf den Bühnen gerade richtig gut läuft – Jürgen B. Hausmann ist mittlerweile bundesweit gefragt, die Karriere auf dem Höhepunkt, wie er sagt – scheint ihm beinahe ein Antrieb gewesen zu sein, die Rückschläge zu benennen. Etwa, dass es beinahe nichts geworden wäre mit der Karriere im Kölner Karneval, in dem in der kommenden Session wieder gut 100 Auftritte anstehen. Als das Kölner Festkomitee damals auf ihn zukam, um ihn an den Rhein zu holen, „da war das wie ein Traum“. Bloß platzte der gleich wieder. „Auf einmal hatten die kalte Füße und sagten, dass es doch nichts wird.“

Die Begründung seinerzeit: der Dialekt funktioniert woanders nicht, der Beckers ist kein Typ, der einen ganzen Saal in den Griff bekommt. „Die haben mir damals gesagt: Bleiben Sie, wie Sie sind – aber bleiben Sie bitte auch, wo Sie sind.“ So ein Satz ist dann wieder Hausmann pur. Ernst ja – aber nie zu lange.

Erst als Beckers zum AKV ging und beim „Orden wider den tierischen Ernst“ auf der Bühne stand, klopfte Köln erneut an. Den Krach und den Bruch mit den Aachener Karnevalisten („Ich habe mich selten in meinem Leben so befreit gefühlt“), die Selbstzweifel auf der Bühne – all das beschreibt er. Auch den Selbstmord des Bruders, der sich mit 28 Jahren das Leben nahm, weil er mit seiner Homosexualität nicht umgehen konnte. „Dazu habe ich bislang eigentlich nie gesprochen“, sagt Beckers. Er nickt auf die Frage, ob im Schreibprozess auch ein Stück Therapie gesteckt habe.

Bei einer – bereits ausverkauften – Lesung am kommenden Sonntag, wird er jetzt erstmal sein Buch vorstellen. Dann kommt der Karneval, gleich im Anschluss das neue Bühnenprogramm, das erstmals schon zum Start mit Hörbuch, CD und DVD flankiert werden soll. Alles durchgetaktet, der Hausmann ist eine Marke geworden. „Et läuft jut“, sagt Beckers. Angst, dass es mal aufhört, habe er nicht. „Ich find‘ die Bühne gut, aber ich bin auch keiner, der nicht Abschied nehmen kann.“ Das Schreiben hat ihm allerdings Spaß gemacht, sagt er. „Gut möglich, dass mal eine Zeit kommt, an der ich mehr am Schreibtisch sitze, als auf der Bühne zu stehen.“

Das Buch kann für 15 Euro auf der Internetseite www.juergen-beckers.de bestellt werden.

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