Jülicher Reaktor: Es gibt noch Fragen

Von: René Benden
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Die Mitglieder der Expertenkommission haben sich am Dienstagabend in Jülich in einer hoch emotionalen Veranstaltung den Fragen von Befürwortern und Gegnern der Kugelhaufentechnologie gestellt. Foto: Guido Jansen

Jülich . Ist die Vergangenheit des Jülicher Forschungsreaktors mit dem Expertenbericht, in dem gravierende Mängel nachgewiesen wurden, in vollem Umfang und endgültig aufgearbeitet? Diese Frage muss man wohl mit Nein beantworten.

 Die Mitglieder der Expertenkommission haben sich am Dienstagabend in Jülich in einer hoch emotionalen Veranstaltung den Fragen von Befürwortern und Gegnern der Kugelhaufentechnologie gestellt.

Dabei forderten manche eine viel tiefgreifendere Aufarbeitung, weil zu befürchten sei, dass immer noch nicht alle Fakten auf dem Tisch seien. Andere forderten die Wiederaufnahme der Forschung an Hochtemperaturreaktoren, um sie für die deutsche Exportwirtschaft lukrativ zu machen. Christian Küppers, der Vorsitzende der Expertenkommission, wiederholte zentrale Ergebnisse des Berichts: Die Überwachung des Reaktors sei in den 70er und 80er Jahre von erheblichen Defiziten geprägt gewesen. Von einem in allen Bereichen sicheren Kugelhaufenreaktor, wie es die Betreiber immer dargestellt hatten, könne keine Rede sein, da zahlreiche Rechenmodelle von falschen Rahmenwerten ausgegangen seien.

Einen schweren Unfall am Reaktor hätte die Kommission nicht ausschließen können. Die Befürworter der Kugelhaufentechnologie zweifelten die Glaubwürdigkeit des Berichts an. Die Kommission habe falsche Schlüsse aus ihren Untersuchungen gezogen und sei in der Wahl ihrer Ansprechpartner schlecht beraten gewesen. Der Reaktor habe die Grundlagen für eine Art der Kerntechnologie gelegt, die nach Aspekten der Sicherheit immer noch unerreicht sei. Karsten Beneke, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums Jülich, lobte den Expertenbericht und räumte Versäumnisse des Forschungszen-trums ein: "Wir müssen daraus lernen, unserer Forschung kritisch gegenüberzustehen", sagte er. Das bedeute, dass man Berichte auch veröffentlichen müsse, wenn sie für die Forscher selbst unangenehm seien.

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