Köln - Jüdisches Museum in Köln soll kleiner werden

Jüdisches Museum in Köln soll kleiner werden

Von: Petra Albers, dpa
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NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper (rechts) und der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma (beide CDU) schauen sich die Bauarbeiten an der Archäologischen Zone in Köln an. Die Landesregierung prüft eine finanzielle Beteiligung an dem archäologisch-historischen Museum, dessen Eröffnung für 2012 geplant ist. Foto: ddp

Köln. Das eine hochgelobt, das andere schon immer umstritten: Zwei geschichtsträchtige Projekte bewegen Köln, und beide hängen eng zusammen. Doch während Politiker und Wissenschaftler am Dienstag aus dem Schwärmen über die geplante „Archäologische Zone” gar nicht herauskamen, fielen die Kommentare zum Jüdischen Museum weitaus nüchterner aus.

Nachdem die Finanzierung des Museums durch einen privaten Trägerverein geplatzt ist, soll das Projekt jetzt deutlich abgespeckt werden. Immerhin: Das Land Nordrhein-Westfalen erwägt nun, sich an den Kosten für das Jüdische Museum zu beteiligen.

„Ich schließe eine Förderung des Museums nicht grundsätzlich aus”, erklärte NRW-Bauminister Lutz Lienenkämper (CDU). Zunächst sei aber die Stadt Köln am Zuge und müsse ein vernünftiges Konzept beschließen. Und das soll nach dem Willen von Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) so aussehen: Das Museum soll auf eine Abteilung innerhalb der „Archäologischen Zone” reduziert werden - einer Ausgrabungsstätte auf dem Rathausplatz, die unter anderem die Reste einer mittelalterlichen Synagoge umfasst.

Die Kosten für das Gesamtprojekt von ursprünglich rund 34 Millionen Euro werden sich so laut Schramma um 20 Prozent reduzieren. Der Stadtrat soll im September über den Vorschlag entscheiden.

Ursprünglich hatte die „Gesellschaft zur Förderung eines Hauses und Museums der jüdischen Kultur” angekündigt, unter anderem die reinen Baukosten von zehn bis elf Millionen Euro für das Museum zu tragen.

In der vergangenen Woche teilte der Verein der Stadt mit, dass er sich dazu nun doch nicht in der Lage sehe - wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Situation blieben die erwarteten Spenden aus.

Die Zusage des Vereins war allerdings Bestandteil eines Ratsbeschlusses vom August 2008: Demnach sollte das Museum eigentlich über die „Archäologische Zone” gebaut werden.

Das Architekturbüro, das einen entsprechenden Ausschreibungswettbewerb gewonnen hatte, begann sofort mit der Planung. Eine Trennung beider Projekte - wofür Schramma sich immer ausgesprochen hatte - ist nach Angaben der Stadt seitdem nicht mehr möglich.

„Jetzt ist das Architekturbüro dabei, seinen Entwurf den neuen Gegebenheiten anzupassen”, berichtete Schramma. Der Oberbau soll erheblich verkleinert werden, zugunsten einer zweiten Platzfläche am Rathaus.

Dies kommt vielen Kölnern wahrscheinlich entgegen: Die Bebauung des Rathausplatzes war ohnehin in der Bevölkerung heftig umstritten.

Durch die neuen Pläne könnten zwei Ziele erreicht werden, sagte Schramma: Der historischen Bedeutung der jüdischen Funde werde Rechnung getragen, und „die Archäologische Zone als ganz wichtiges Projekt” werde wie vorgesehen fertig.

Die „Archäologische Zone” wird als Teil der Strukturmaßnahme „Regionale 2010” vom Land NRW mit 14 Millionen Euro gefördert. Mit einer Fläche von 7000 Quadratmetern wird die Zone eines der größten unterirdischen Museen Europas.

In den vergangenen Monaten haben Archäologen alte Mauern und Reste von Bauwerken freigelegt, die von der Römerzeit bis zum Spätmittelalter reichen.

„Köln als historische Stadt wird durch die Zone nochmals eine historische Aufwertung erhalten”, sagte Minister Lienenkämper. Sie mache Geschichte erlebbar und werde touristischer Anziehungspunkt für Besucher aus der ganzen Welt werden, zeigte er sich überzeugt. Ende 2012 soll die „Archäologische Zone” mitsamt dem Jüdischen Museum fertig sein.
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