Jecke AKV-Fusion mit der „Tagesschau“

Von: Manfred Kutsch
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Das ist eine Nachricht wert: „Tagesschau“-Sprecher Jens Riewa und AKV-Elferrat Rolf Gerrards, ein Metzger, moderieren gemeinsam. Montage: ZVA

Aachen. Mit dem „Tagesschau“-Nachrichtensprecher Jens Riewa hat der Aachener Karnevalsverein (AKV) eine überraschende Wahl für den Moderator seiner Ordensverleihung „Wider den tierischen Ernst“ an den Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir am kommenden Samstag getroffen. Der ARD-Mann springt für den Alsdorfer Comedian Jürgen Beckers ein, der seine Moderation abgesagt hatte.

„Riewa ist für uns das Bindeglied zum politischen Charakter des Bühnengeschehens“, sagt AKV-Präsident Werner Pfeil. Gleich vier Volksvertreter aus vier Parteien versuchen sich mit närrischen Beiträgen: Neben dem grünen Ritter kommt Martin Schulz (SPD), Präsident des Europäischen Parlamentes, als Laudator. Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Ministerpräsidentin des Saarlandes, und Wolfgang Kubicki, kantiges FDP-Urgestein, werden Schwarz-Gelb vertreten.

Keine Premiere für den 49-jährigen Riewa im Showgeschäft: In seiner Vita finden sich Moderationen der Deutschen Schlagerparade sowie der Vorentscheidungen zum Eurovision Song Contest. An seiner Seite moderiert in Aachen wie gehabt AKV-Vizepräsident Rolf Gerrards. „Sie teilen sich die Politik und den Karneval auf“, so Werner Pfeil. Der Präsident selber will Begrüßung, Verabschiedung sowie die Ehrungen vornehmen.

Erstmals nach langer Zeit hofft der AKV auf eine reibungslos verlaufende Festsitzung. Nach den Irritationen rund um die Ritter-Flops der Vorjahre, dem blassen Jürgen Rüttgers (2010, damals noch NRW-Ministerpräsident), dem fernbleibenden Karl-Theodor zu Guttenberg (2011) sowie dem schwer kranken Kabarettisten Ottfried Fischer (2012), macht der Elferrat mit einem breit gestreuten Programm einen neuen Anlauf.

„Erstmals können wir losgelöst von Altlasten einen Neustart versuchen“, sagt Pfeil, dem vor allem zu Guttenberg böse mitspielte, als der gestürzte Polit-Star letztes Jahr auch als Laudator absagte.

Ein weiteres Problem löst der AKV damit, dass er mit der Tradition bricht, auf Gedeih und Verderb den Vorjahresritter die Laudatio halten zu lassen. Der an Parkinson leidende Ottfried Fischer hat sich zwar in Aachen als Gast angesagt – wurde aber von der Bürde einer weiteren Rede befreit. Der „Friedens-Nobelpreisträger“ Martin Schulz, der im Sommer 2012 ein Ritterangebot des AKV abgelehnt hatte, griff zu.

An Hochkarätern unter Deutschlands Comedians setzt der AKV auf Markus Maria Profitlich, Dave Davis und Knacki Deuser. Aus Aachens Karneval stehen die „4 Amigos“, Lennet Kann (Dirk von Pezold), Josef, Jupp und Jüppchen sowie erstmals die Slapstick-Cracks „Duo Naseweiss“ auf der Bühne. Aus Erkelenz kommen die Parodisten „et Zweijestirn“ dazu.

Im Publikum tauchen sieben Ex-Ritter auf: Constantin von Heereman und Zuydtwyck als Ordenskanzler, Jürgen Rüttgers, die beiden Ex-Botschafter Thomas Borer (Schweiz) und John C. Kornblum (USA), Heide Simonis und der Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Ohnehin sitzt im Saal eine bunte Mixtur an ehemaliger und aktueller Prominenz – darunter Wolfgang Bosbach (CDU), Friseur Udo Walz, Regierungssprecher Christoph Steegmans, Max Schautzer, Philip zu Guttenberg.

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