Düsseldorf - „Jeck we can” und Tuntenlauf: Düsseldorf feiert Karneval

„Jeck we can” und Tuntenlauf: Düsseldorf feiert Karneval

Von: Claudia Bell, dpa
Letzte Aktualisierung:
Düsseldorf / Karneval / Hoppeditz
Der Erzschelm und Obernarr darf bei keinem Umzug fehlen. Am 11. November 2009 feierte Hoppeditz in Düsseldorf mit tausenden Jecken den Auftakt der aktuellen Session. Fptp: dpa

Düsseldorf. Egal, ob in Düsseldorf oder in Köln: Karneval ist gleich Karneval. So denken viele, die sich zur närrischen Zeit ins Rheinland aufmachen, um die fünfte Jahreszeit zu feiern. Doch weit gefehlt: Obgleich die Karnevalshochburgen gerade einmal 40 Kilometer auseinander liegen, unterscheidet sich die Feiermentalität der rivalisierenden Städte enorm.

„Der Kölner Karneval ist ursprünglicher und traditioneller”, glaubt etwa Jürgen Rieck, Geschäftsführer des Comitee Düsseldorfer Carneval (CC). In Düsseldorf gehe es etwas eleganter, gesetzter und internationaler zu.

Deshalb zögen sich viele Narren auch einen Mantel über, um nur nicht allzu offen zu zeigen, dass sie verkleidet sind, erzählt das Düsseldorfer Karnevals-Urgestein Ernst F. Wolter.

Die Kölner verzichteten dagegen selbst bei eisigen Temperaturen auf wärmende Jacken, um nur ja nicht ihre Kostüme zu verdecken. Doch gefeiert wird auch in Düsseldorf kräftig - pünktlich seit dem Sessions-Auftakt am 11. November. Die „heiße Phase” des Düsseldorfer Karnevals sind die drei Wochen vor dem Rosenmontag, der 2010 auf den 15. Februar fällt.

Mehr als 300 Umzüge sowie 180 Bälle und Sitzungen finden bis zum Ende der närrischen Zeit am Aschermittwoch statt, die 2010 unter dem staatstragenden Motto „Jeck we can” steht. Ein Muss für alle auswärtigen Besucher ist neben dem sogenannten Tuntenlauf (13. Februar), bei dem Männer in Frauenkleidung und hohen Schuhen über die berühmte Königsallee flitzen, vor allem der Karnevalssonntag (14. Februar).

„Da sind etwa 200.000 Menschen auf der Straße unterwegs, fast alle sind dann auch kostümiert”, sagt Wolter. Eine Bude reiht sich an die nächste, Musikkapellen spielen laute Schunkelmusik, Vereine und Clubs sind mit Altbierfässern auf Bollerwagen unterwegs und feiern ausgelassen. „Das ist dann wie Woodstock auf der Kö”, schwärmt Wolter.

Offiziell dauert das bunte Treiben auf Düsseldorfs Prachtmeile am Karnevalssonntag nur bis etwa 18 Uhr. Anschließend ziehen die Jecken in ihre Stammkneipen und feiern dort mit Altbier und Mettbrötchen weiter.

Wer sich einen Platz in einer der Brauerei-Gaststätten in der Innenstadt sichern möchte, sollte allerdings schon früher losgehen. „Vor allem die Kneipen auf der Ratinger Straße sind dann brechend voll, da muss man fast schon vormittags dort sein, um überhaupt eingelassen zu werden”, erklärt Wolter. Sein Tipp lautet daher, in die nicht so überlaufenen Kneipen in der Graf-Adolf-Straße oder am Carlsplatz auszuweichen, wo aber nicht minder ausgelassen gefeiert wird.

Wer das Karnevals-Wochenende überstanden hat und noch über genügend Kräfte verfügt, sollte sich auf keinen Fall den Rosenmontagszug quer durch die Düsseldorfer Innenstadt am 15. Februar ab 12.30 Uhr entgehen lassen. Der beste Platz zum Zuschauen sind die Tribünen auf der Königsallee oder auf dem Jan-Wellem-Platz rund ums Alte Rathaus.

Zwei Tage darauf ist die Session dann vorbei. Der Hoppeditz, Erzschelm und Maskottchen des Düsseldorfer Karnevals, wird dann mit lautem Geschrei und Wehklagen im Garten des Stadtmuseums beerdigt. Die Bürger beschließen das Ende der närrischen Zeit mit einem Fischessen.
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