Jahr für Jahr die Heimat ablichten

Von: Christina Diels
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Und klick: Eines von fast 200
Und klick: Eines von fast 200 Kindern in Aktion für das Fotografieprojekt „Fokus 2018”. Und dieses Foto ist - genau wie die vier kleinen Bilder unten - eines von vielen Fotos, das die jungen Fotografen und Fotografinnen schon selbst geschossen haben. Bis 2018 fotografieren sie ihre Heimatregion.

Aachen. Haben Sie Lust, Ihre Heimat noch einmal mit Kinderaugen zu sehen? Aus der Höhe eines Fünftklässlers? Dann sollten Sie die Ausstellung zum Fotografieprojekt „Fokus 2018” in der Aula Carolina in der Pontstraße nicht verpassen.

Eröffnet wird sie am Samstag, 11 Uhr, und zeigt bis Montag, jeweils 10.30 bis 19.30 Uhr, Fotos von Schülern. Mal ein zufälliger Schnappschuss, eingefangen mit einer Einwegkamera. Mal eine gespielte Szene eines Mitschülers im Bild eingefroren.

Damla, Inas und Lisa

Mit Ausnahme einer Grundschule sind die meisten zum Start im Jahr 2011 als Fünftklässler in das Projekt eingestiegen. So auch Damla Aydin (13), Inas Souktani (12) und Lisa Barth (12), heute Siebtklässler an der Luise-Hensel Realschule in Aachen. „Als unser Lehrer gefragt hat, wer mitmachen will, habe ich mich sofort gemeldet”, sagt Damla. Auch ihre Freundinnen zögern nicht. Vielleicht ohne so recht zu wissen, was da auf sie zukommt. Etwas Einzigartiges in der Region.

Fast 200 Kinder und Jugendliche von zehn Schulen in Aachen, der Städteregion, den Kreisen Düren, Heinsberg und Euskirchen sollen für „Fokus 2018” immer wieder ihre Heimat ablichten. Bis sie erwachsen sind. Bis ins Jahr 2018. Dann sind hoffentlich Maastricht und die Euregio Maas-Rhein gerade Kulturhauptstadt Europas. So stellt sich das Johannes Arens von der Regio IT vor, die mit der Stadt Maastricht zuständig ist für die Bewerbung als Kulturhauptstadt. „Ich habe für die Bewerbung Bilder gesucht und festgestellt, es sind immer die gleichen”, sagt er. Vom Aachener Dom, der Lütticher Treppenstraße und dem Maastrichter Vrijthof. Also hat Arens sich überlegt, Kinder ihre Heimat fotografieren zu lassen. Um an neue Bilder zu kommen. Und um etwas beizutragen, „wo etwas passiert”. Keine trockenen Konzepte, sondern etwas, das man sehen kann. Zum Beispiel Schülerinnen des Mädchengymnasiums Jülich, die sich gegenseitig mit einer Polaroidkamera porträtiert haben. Unter der Vorgabe, wie sie sich im Jahr 2018 sehen. Ein Mädchen träumt wohl davon, Ärztin zu werden, und stellt sich neben ein Skelett. Ein anderes sieht sich als Forscherin im Labor mit Reagenzglas.

„Die Kreativität der Kinder ist oft überraschend”, sagt Winfried Kock, künstlerischer Leiter. Etwa bei dem Auftrag, den Damla, Inas und Lisa bekommen haben. Sie sollten Gesichter in ihrer Umgebung finden und ablichten. Lisa zeigt auf ein Haus neben ihrer Schule. „Die Fenster sind die Augen, der Balkon ist der Mund”, sagt sie. „Oder die Kiste da auf dem Motorrad”, sagt Inas und deckt noch ein verstecktes Gesicht auf.

Blende und Belichtung

Kock begleitet als einer von sechs Fotografen die Schüler und gibt Tipps als Profi. Zeigt er ihnen auch, wie sie Blende und Belichtungszeit manuell einstellen können? Das kommt auf die Aufgabe an. „Da ist von spontaner Fotografie bis zu ausgefeilten inszenierten Sachen alles dabei”, sagt er.

Sechs Jahre liegen vor ihnen. Zwischendurch sollen Ausstellungen die Fotos der Kinder, die heranwachsen, immer wieder zeigen. Handwerklich perfekt müssen sie im Jahr 2018 nicht sein. Wichtiger ist, dass ihre Bilder ihre Sicht auf die Region zeigen. „Unser Ziel ist es, dass ein Drittel bis 2018 durchhält und wir Kulturbotschafter hätten”, sagt Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik in Aachen, die mit Arens für „Fokus 2018” zusammenarbeitet.
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