Jagd auf den neuen Typ Einbrecher

Von: Claudia Schweda
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Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Nordrhein-Westfalen steigt weiter: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres registrierte die Kriminalpolizei über 30.500 Fälle. Nun will NRW-Innenminister Jäger mit Hilfe von Spezialisten gegen Intensivtäter vorgehen. Foto: dpa
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Eine Schautafel der Polizei zeigt die Einbrüche an, die von einer Diebesbande im Rheinland begangen wurden.

Aachen. Anfang des Jahres hatten die Ermittler in der Region Aachen und Düren noch gejubelt. Die Zahlen der Wohnungseinbrüche waren dort 2012 – gegen den Landestrend – innerhalb eines Jahres deutlich um zwölf beziehungsweise sogar um 20 Prozent (Düren) gesunken. Doch jetzt, nachdem sechs Monate im Jahr 2013 verstrichen sind, reihen sich auch diese positiven Ausnahmen in den landesweiten Trend ein.

In beiden Regionen stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche im ersten Halbjahr 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut elf Prozent. In der Städteregion Aachen wurde in 1083 Wohnungen eingebrochen (2012: 959). Im Kreis Düren kam es im ersten Halbjahr zu 465 Einbrüchen (2012: 413). Im Kreis Heinsberg stieg die Zahl im Vergleich der beiden ersten Halbjahre von 432 auf 445 – mit knapp drei Prozent ein vergleichsweise geringer Anstieg – allerdings gibt Polizeisprecher Karl-Heinz Frenken zu bedenken, dass der Kreis Heinsberg bereits im Vorjahr über dem Landesdurchschnitt lag.

Jetzt verstärkt die Polizei ihren Kampf gegen die mobilen Einbrecherbanden. Die Landesregierung stellt den 16 Schwerpunktbehörden und dem Landeskriminalamt (LKA) 20 zusätzliche Spezialisten bereit, die die überörtlich agierenden Einbrecher über Behördengrenzen hinweg verfolgen sollen. Das kündigte Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) jetzt in Düsseldorf an. Die Schwerpunktbehörde für die Region Aachen, Düren und Heinsberg ist das Polizeipräsidium Aachen. Es erhält einen der 20 Spezialisten, die alle Erkenntnisse zu den Intensivtätern auswerten, ohne an regionale Zuständigkeiten gebunden zu sein. „So ist sichergestellt, dass alle Informationen über jeden Einzelnen an einer einzigen Stelle zusammenkommen“, sagte Jäger.

In einer ersten Untersuchung wurden 375 Intensivtäter vom LKA identifiziert. Das Polizeipräsidium Aachen hat nach Angaben von Polizeisprecherin Sandra Schmitz 23 dieser „Prüffälle“ erhalten. „Jetzt sammeln wir alle Informationen über diese Personen“, sagte Schmitz: „Für welche Taten kommen sie infrage? Mit wem arbeiten sie zusammen? Wie gehen sie vor? Welche Fahrzeuge benutzen sie? Welche Reisewege wählen sie?“ Damit auch die Streifenpolizisten Erkenntnisse beisteuern können, werden sie mit allen von den Spezialisten gewonnenen Informationen versorgt.

Die neuen Experten in der Fahndung sollen auch dafür sorgen, dass den Bandenmitgliedern nicht nur einzelne Einbrüche, sondern vermehrt ganze Serien nachgewiesen werden können. So könnten Gerichtsverfahren zu drastischen Strafen mit Abschreckungseffekt führen.

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