Italienische Mafia wird in Deutschland heimisch

Von: ddp
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Mafia-Prozess
Richter Helmut Leithäuser (Mitte) wartet am Mittwoch im Oberlandesgericht in Düsseldorf auf den Prozessbeginn gegen drei Italiener. Foto: dpa

Düsseldorf. Die Bosse der italienischen Mafia haben auch in Deutschland Fuß gefasst. 229 Familienclans beziehungsweise 900 Personen der kalabrischen Mafia-ähnlichen Organisation Ndrangheta seien in Deutschland aktiv.

Dies ist einer als vertraulich eingestuften und fast 400 Seiten umfassenden Studie des Bundeskriminalamtes (BKA) zu entnehmen, aus der „Die Zeit” zitiert.

Viele Mafia-Mitglieder seien in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg zu Hause. In Ostdeutschland hätten die Mafiabosse Teile des Immobilienmarktes unter sich aufgeteilt - meist unbemerkt von der Öffentlichkeit.

In dem Lagebericht des BKA gehe es um Waffenhandel, Mord, Geldwäsche, Drogenhandel, Giftmüllentsorgung und Schutzgelderpressung. Es würden Hunderte Restaurants in Deutschland aufgelistet, die der Mafia gehören sollen. Allein von den Familienclans aus der süditalienischen Mafia-Hochburg San Luca hätten 200 Mitglieder ihren Wohnsitz in Deutschland.

Vor zwei Jahren, in der Nacht zum 15. August 2007, waren vor einem italienischen Restaurant in unmittelbarer Nähe des Duisburger Hauptbahnhofs sechs Italiener von zwei Männern mit Schnellfeuerwaffen erschossen worden.

Als Haupttäter gilt Giovanni S., der vor der Tat in Kaarst zwei Pizzerien betrieben hatte. Hintergrund der Tat war eine Fehde zwischen zwei verfeindeten Familien der Ndrangheta.
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