Nordkreis - Industrion in Kerkrade mutiert zum Discovery Center

Industrion in Kerkrade mutiert zum Discovery Center

Von: Christoph Hahn
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Das Industrion wird zum Discovery Center. Foto: Christoph Hahn

Nordkreis. Zuerst die schlechte Nachricht: Das Industrion schließt seine Pforten. Dann die gute: Nach drei Monaten öffnet das Haus am Bahnhof „Kerkrade Centrum” wieder - freilich nicht mehr als Museum, sondern als „Discovery Center”.

Künftig will das Industrion laut Sprecher Peter Derks sich noch mehr als Ausgangspunkt für Entdeckungsreisen in die bunte Welt der Technologie empfehlen. Einen Vorgeschmack auf Wandel und Veränderung können sich Besucher freilich schon heute verschaffen.

Zwar sind die Räume, in denen bis zum 9. Juni 2009 - das Eröffnungsdatum steht heute schon fest - das „Discovery Center” entstehen soll, schon seit einiger Zeit für den Publikumsverkehr geschlossen.

Aber trotzdem gewinnt die Zukunft im Industrion auf eine Weise Gestalt, die sich auch Besuchern erschließt - zum Beispiel in dem im Mai 2008 eröffneten Neubauflügel.

Der sorgt zuerst einmal für ein völlig unerwartetes Seh-Erlebnis: Bis zum Ende der aktuellen Ausstellung „Robots” (bis 1. März) ist der gesamte große Raum in ein tiefes Blau getaucht. Die Farbe der Romantik kann damit aber nicht gemeint sein - oder vielleicht doch?

Denn Wesen wie die hier gezeigten hat sich schon der Dichter E.T.A. Hoffmann erträumt und in der Mittelpunkt seiner von Jacques Offenbach vertonten „Hoffmanns Erzählungen” gestellt. Doch die hier gezeigten Zwitter, die einerseits Maschinen sind, andererseits aber auch menschliche Züge aufweisen, sind ganz eindeutig von heute.

Da gibt es zum Beispiel den „Robo-Jockey”. Er wurde auf einen Sattel gesetzt, damit der Betrachter zumindest ahnt, worum es geht: Elektronische Wesen dieser Art werden in arabischen Ländern bei Kamel-Rennen eingesetzt.

So besehen, haben sie zu einer Humanisierung der Arbeitswelt beigetragen. Denn die Rennen über den Wüstenboden wurden ehedem von Kindern im Sattel geritten - eine Form der Fron, die nun abgeschafft worden ist. Andere Ausstellungsstücke voller Technik kann der Gast im Industrion im Gegensatz zum „Robo-Jockey” sogar in voller Aktion erleben: kleine scheibenförmige Apparate, die geräuschlos den Boden wienern und säubern, elektronische Putzfrauen quasi.

Sobald sie ihren Schmutzbehälter gefüllt oder den Energievorrat geleert haben, steuert diese Roboter eine Station an, lassen sich dort bedienen und schnurren dann wieder zum Einsatz.

Dass die Maschinenwesen nicht nur als Produkte der Hochtechnologie, sondern auch als Spielzeug eine lange Geschichte hinter sich haben, dokumentiert „Robots” in Hülle und Fülle. Selber bauen und basteln können junge Besucher ebenfalls.

Und das hat im Industrion schon Tradition. Der Erfolg gibt den Hausherren Recht: Mit 86.000 Besuchern im Jahr 2008 hat das Industrion einen neuen Besucherrekord erreicht. 2007 fanden lediglich 75.000 Menschen den Weg; 2006 waren es immerhin 80.000.

Da nimmt es kaum Wunder, dass Direktor Hans Gubbels und seine Mitarbeiter nach der Eröffnung des „Discovery Center” im Juni 2009 vor allem eines wollen: einen neuen Rekord aufstellen nämlich.
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