Bergheim/Hambach - In zwei Etappen zum Tagebau Hambach

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In zwei Etappen zum Tagebau Hambach

Von: Jörg Abels
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Der vorerst letzte Großgerätetransport im Braunkohlenrevier hat begonnen. Absetzer 756 startet von Bergheim aus in Richtung Hambach. Grafik: ZVA

Bergheim/Hambach. Ein kurzer Signalton, ein lautes Krächzen der tonnenschweren Raupenfahrwerke und Absetzer 756 setzt sich in Bewegung. Mit dem Startschuss durch Tagebauleiter Hans-Joachim Bertrams und die Bergheimer Bürgermeisterin Maria Pfordt endet eine Ära im Rheinischen Braunkohlenrevier.

Der Tagebau Bergheim ist Geschichte. Absetzer 756 macht sich nach der Verfüllung des kleinsten Braunkohletagebaus von RWE Power mit einer Zwischenstation auf in den Tagebau Hambach, wo er künftig auf der Innenkippe täglich bis zu 240.000 Kubikmeter Abraum abladen wird.

Auf seiner 17 Kilometer langen Reise muss der stählerne Riese bis Anfang September neun Straßen, zwei Bahnstrecken, zehn Hochspannungsleitungen und drei Bäche passieren.

Erste Herausforderung

Die erste Herausforderung wartet bereits am Samstag auf die 60-köpfige Transportmannschaft, die sich zwei Jahre lang auf die bis zu vier Millionen Euro teure Reise vorbereitet hat.

Der 5000 Tonnen schwere Koloss, 183 Meter lang, 38 Meter breit und 57 Meter hoch, kreuzt nacheinander die RWE-eigene Eisenbahn, die Kohle aus dem Tagebau Hambach in die Kraftwerke Niederaußem, Frimmersdorf und Neurath transportiert, die B477 und eine 380.000-Volt-Hochspannungsleitung.

Ab 6 Uhr morgens wird die Bundesstraße für den Verkehr gesperrt und für die Passage meterdick mit Sand bedeckt, während Starkstromtechniker parallel bereits die Hochspannungsleitung demontieren. Gegen 13 Uhr soll die erste Hürde des Transports genommen sein.

Nach einem Zwischenstopp nahe der Ortschaft Glesch, wo der Absetzer noch einen Geländeeinschnitt verfüllen muss, startet voraussichtlich am 20. August die zweite, zwölf Kilometer lange Etappe auf dem Weg in die neue Heimat im Tagebau Hambach.

Zurück bleibt hinter dem letzten von einst acht Großgeräten, darunter fünf Schaufelradbaggern, die seit 1984 im Tagebau Bergheim im Einsatz waren, ein Areal von 6,7 Quadratkilometern, das nun land- und forstwirtschaftlich rekultiviert wird. Dazu wird Lössboden aus dem Tagebau Garzweiler angeliefert.

In 18 Jahren hat RWE Power dem Erdreich im Tagebau Bergheim rund 240 Millionen Tonnen Kohle - vorwiegend für Briketts - aus bis zu 80 Meter mächtigen Flözen entrissen. Um auf die Tiefe von 280 Metern zu gelangen, mussten 550 Millionen Kubikmeter Abraum bewegt werden.

Die Reise von Absetzer 756 ist die vorerst letzte im Braunkohlenrevier. Weitere Großgerätetransporte zwischen den verbliebenen Tagebauen Inden, Hambach und Garzweiler hat RWE Power in den nächsten Jahren nicht geplant.
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