In Kerkrade schlägt das Herz für den deutschen Schlager

Von: Verena Müller
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Roberto Blanco
Roberto Blanco

Kerkrade. „Du lebst besser, wenn du lachst” - Roberto Blanco war eines der Highlights beim Schlagerfestival in Kerkrade am Ostermontag. 2400 Menschen kamen in die Rodahalle, um die ehemaligen, aktuellen und kommenden Größen des deutschen Schlagers zu sehen.

Eine Million Niederländer verfolgt die Show an den Bildschirmen zu Hause. Die Begeisterung für den Schlager ist im Nachbarland groß, manche Künstler haben sogar jahrelang auf Auftritte in Deutschland verzichtet, um sich ganz auf die Niederlande, aber auch Belgien zu konzentrieren.

Dazu gehört Dennie Christian, der 1975 mit seiner Interpretation von „Rosamunde” berühmt wurde und das Schlagerfestival moderiert.

Zwei Shows gab es in Kerkrade, eine nachmittags, eine abends. Jeweils 1200 Menschen kamen, um sich das Programm, das aufs Fernsehen zugeschnitten ist und das noch mal eine Million Niederländer an den Bildschirmen verfolgen, anzuschauen. Die meisten waren über 50 und Niederländer. Aber auch viele Belgier und Deutsche kommen regelmäßig.

Seit 1973 gibt es das Schlagerfestival, nach einer Unterbrechung ist es seit 2010 wieder in Kerkrade. Und Dennie Christian ist mit dem Schlagerfestival verbunden wie Heino mit seiner Sonnenbrille - dem „Godfather of Schlager”, wie er beworben wurde, und Headliner des Programms. Nur 2010 moderierte Christian das Festival nicht, sondern Marijke Amado. Ein Fehlgriff, wie sich herausstellte.

Wer die ehemalige Moderatorin der Mini-Playback-Show kennt, weiß, dass sie mit Schlager wenig am Hut hat, also tat man das Naheliegendste und fragte Christian, ob er nicht wieder durchs Programm führen wolle. Der zögerte nicht lange und kehrte zurück in „sein Wohnzimmer”, wie er es nennt.

Zur Begrüßung sang er „Rosamunde”, den Song, mit dem ihm 1975 der Durchbruch gelang, breitete damit den folgenden Interpreten einen weichen, plüschigen Teppich aus. Die Geschwister Hofmann wussten die angekuschelte Stimmung für sich zu nutzen, die brünette Hälfte, Anita Hofmann, stellte gleich den Kontakt zum Dritten von rechts in der ersten Reihe her: „Da lächelt mich einer so nett an, wie heißen Sie denn? ,Jüp? Das klingt ja nett!” Dann sangen die nach eigenem Bekunden glücklichen Schwestern von „Rosen in Tirol”.

Das aus Amsterdam angereiste Showballet Nicole machte dazu die pumpenden Entenarme, warf das Haar hin und her und drehte sich hüftwackelnd auf einem Fuß - so wie es sich für Showtanzgruppen gehört. Gar nicht so schlecht eigentlich, denn wie Cindy und Sandy in der Pause erzählten, hatten sie nur zwei Wochen Zeit, die Choreographien einzustudieren. Nicht jede tanzte das ganze Programm durch, schließlich war ständiger Kostümwechsel gefragt. Aber rund 20 verschiedene Abläufe musste jede Tänzerin drauf haben.

Aber mal im Vertrauen: Gegen Roberto Blancos Hüftschwung und Tanzeinlagen kam keine von ihnen an. Roberto Blanco war mit 74 Jahren nicht nur einer der ältesten Künstler, die auftraten, sondern auch einer der wenigen, die sich keinen Künstlernamen zugelegt haben. In Sachen Sex-Appeal und Bühnenpräsenz konnte ihm keiner was vormachen - nicht einmal der 35-jährige Flame Chris-toff, der von Gefühlen, die „Wahnsinn” sind, sang und einen relativ lässigen Elvis-Aussfallschritt beherrschte.
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