Aachen/Eschweiler - In der Städteregion gibt es verbindliche Richtlinien für den Einsatz von Pferden

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In der Städteregion gibt es verbindliche Richtlinien für den Einsatz von Pferden

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Reiter der Prinzengarde führen den Rosenmontagszug in Aachen seit Jahren an. Passiert ist in den letzten zehn Jahren nichts, heißt es. Trotzdem gibt es immer wieder Kritik am Einsatz der Tiere. Foto: Andreas Herrmann

Aachen/Eschweiler. Der Rosenmontag war für Horst Peters dann schon ein bisschen Aschermittwoch. Der Vorsitzende der Aachener Stadtreiter verzichtete notgedrungen darauf, beim Umzug sein Pferd zu satteln. „Es wirkte etwas nervös, deswegen wollte ich kein Risiko eingehen.“ Pferd und Reiter blieben also zu Hause in Stall und Wohnung.

In Aachen sind keine Leihpferde beim Straßenkarneval unterwegs. „Die Reiter haben das ganze Jahr über Verantwortung für ihre Tiere und sind dementsprechend sensibel“, sagt der oberste Stadtreiter. Peters ist natürlich Lobbyist, einen Karneval ohne Pferde kann er sich nicht vorstellen.

Der langjährige Chef der berittenen Polizei in Aachen weiß die Statistik auf seiner Seite. In den letzten zehn Jahren hat es keine Zwischenfälle mehr mit Pferden am Rosenmontag gegeben. „Ich bin überzeugt, dass man fast jedes Pferd bei entsprechender Ausbildung für den Einsatz schulen kann.“

Im Aachener Rosenmontagszug sollen die Tiere jedenfalls weiter mitlaufen. „Die Pferde gehören mit zum Brauchtum“, sagt der Präsident des Festausschusses Aachener Karneval, Frank Prömpeler. Sie seien gut trainiert und an die Reiter gewöhnt. Aber auch er räumt ein: Hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht.

Das Amt für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen der Städteregion Aachen hat im Herbst verbindliche Richtlinien für den Einsatz der Pferde im närrischen Treiben niedergelegt, orientiert an den Vorgaben der Kölner Karnevalisten. Jeder Reiter muss einen Reiterpass besitzen, jeder Begleiter muss seine Eignung belegen können, jedes Pferd benötigt einen Gelassenheitspass, der einen bestandenen Stresstest voraussetzt.

Klinische Auffälligkeiten werden vorab überprüft

Den Veterinären müssen die beteiligten Reiter und Pferde vorab mitgeteilt werden. „Wir schauen uns die Pferde schon bei der Ankunft an, um etwaige klinische Auffälligkeiten festzustellen“, sagt Amtsleiter Peter Heyde. Am Montag verzichteten die Verantwortlichen in Aachen auf ein „aufgeregtes“ Kutschpferd. Andere Beobachtungen machten die Tierärzte, die auch während des Umzuges vor Ort bleiben, nicht.

Zu den zeitlosen Erkenntnissen bei solchen Umzügen gehört auch, dass je länger so ein Spektakel dauert, desto mehr fließt der Alkohol, desto größer ist der Unfug am Wegesrand. Die 40 Aachener Pferde führen den Umzug dann auch an, um etwaigen Schabernack von selbst ernannten Spaßvögeln zu entgehen. Die Karawane zieht um 11.11 Uhr los, für die Vierbeiner war bereits kurz nach 13 Uhr am Rosenmontag schon die Arbeit vorbei. In Köln lässt sich der frühe Feierabend für die Pferde sehr viel schwieriger organisieren, hier waren zuletzt etwa 400 Tiere unterwegs.

Neben Aachen sind nur noch in Eschweiler Pferde unterwegs. Anders als in Aachen sind sie nicht an der Spitze des , sondern begleiten ihre jeweiligen Gesellschaften. Die 20 Tiere wurden erst kurz vor dem Abmarsch antransportiert, sagt Norbert Weiland. Der Präsident des Eschweiler Karnevalsvereins sieht keinen Anlass, auf Tiere zu verzichten. „Es ist noch nicht etwas passiert, es gibt auch keinen Grund etwas zu ändern. Pferde gehören zum Karneval dazu, früher wurden alle Wagen von den Tieren gezogen. Was seit Jahrzehnten gewachsen ist, kann so schlecht nicht sein.“

Frank Kemperman ist als Vorstandsvorsitzender des Aachener Laurensberger Rennvereins vielleicht der prominenteste Pferdeexperte in der Region. Der Niederländer ist zwar eher Anti-Karnevalist, gegen Pferde bei Umzügen, hat auch er keine Vorbehalte, „sofern sie sorgfältig ausgewählt und trainiert sind“.

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